Atomprogramm USA wollen Iran zu Kooperation zwingen
Wien - Ein aktueller Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde verstärke den Verdacht, dass das Land ein geheimes Nuklearwaffenprogramm betreibe. Der amerikanische Delegierte Kenneth Brill wies auf einer IAEA-Konferenz in Wien auf Diskrepanzen hin, die es zwischen iranischen Angaben und Ermittlungen der Behörde gebe. Unter anderem wird von Spuren waffenfähigen Urans berichtet. Entsprechende Funde habe es in der Atomanlage Natanz gegeben. Brill kritisierte, der Iran verheimliche die wirklichen Ziele seiner nuklearen Aktivitäten. Die USA wollten dem Land trotzdem eine letzte Chance geben, bevor die Angelegenheit vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gebracht werde, hieß es.
Auch IAEA-Generaldirektor Mohammed al-Baradei forderte eine bessere Kooperation des Irans durch "eine vollständige und korrekte Auflistung aller seiner nuklearen Aktivitäten". Der Iran hingegen behauptet weiter, sein Atomprogramm nur zur Energiegewinnung zu nutzen. Die aus dem Ausland importierten iranischen Anlagen seien durch Uran von früheren Besitzern "kontaminiert", sagte der iranische Diplomat Ali Akbar Salehi.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, erklärte in Washington, die meisten Mitglieder der IAEA seien sich einig, dass Iran Schritte in Richtung einer Zusammenarbeit unternehmen muss. Die USA arbeiteten mit weiteren Nationen an einer Resolution, um Iran dies auf die "stärkst mögliche Weise" klar zu machen, sagte Boucher. Großbritannien und Kanada fühlen derzeit bei anderen Mitgliedstaaten wegen einer entsprechenden Resolution vor, die auch eine Frist für den Iran vorsehe. Ein Entwurf der USA soll Iran dazu auffordern, weitere Urananreicherungen zu unterlassen. Experten fürchten, dass Iran in ein bis drei Jahren über Atomwaffen verfügen und die Krisenregionen Nahost und Zentralasien durch einen Rüstungswettlauf destabilisieren könnte.