Atomstreit: Cheney droht Iran - DER SPIEGEL
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Atomstreit Cheney droht Iran

Das laute Säbelrasseln zwischen den USA und Iran geht weiter. US-Vizepräsident Dick Cheney warnte Teheran, sein Land werde verhindern, dass Iran an Atomwaffen gelange - und drohte schwere Konsequenzen an.
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Leesburg - Richard Cheney ist für drastische Worte bekannt. Im eskalierenden Atomstreit zwischen den USA und Iran wurde er heute seinem Ruf mal wieder gerecht und schleuderte aggressive Sätze in Richtung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad: "Wir werden Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu haben", erklärte Cheney in einer Rede vor dem Washington-Institut für Nahoststudien.

Wenn die Regierung in Teheran ihren Kurs fortsetzen sollte, seien die USA und andere Nationen dazu bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen: "Das iranische Regime muss wissen, dass die internationale Gemeinschaft ernste Konsequenzen beschließen wird, wenn es seinen bisherigen Kurs weiter verfolgt." Cheney sprach jedoch nicht konkret von einem militärischem Eingreifen. "Unser Land und die gesamte internationale Gemeinschaft können nicht zusehen, wie ein Staat, der Terroristen unterstützt, seine größten Ambitionen erfüllt", sagte Cheney.

Die USA und andere westliche Staaten werfen Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die iranische Regierung versichert dagegen, ihre nuklearen Aktivitäten dienten ausschließlich friedlichen Zwecken, in erster Linie der Energiegewinnung.

Erst am Mittwoch hatte US-Präsident George W. Bush erklärt, wer einen Dritten Weltkrieg verhindern wolle, müsse verhindern wollen, dass Iran die Technologie zur Herstellung von Atomwaffen erlange. Das Weiße Haus relativierte die Aussagen später als "rein rhetorische Anmerkung".

Zweimal verhängte der Uno-Sicherheitsrat bereits Sanktionen gegen Iran, ein drittes Paket von Strafmaßnahmen scheiterte bislang am Widerstand Russlands. Bei einem Besuch in Teheran hatte Russlands Präsident Wladimir Putin in der vergangenen Woche das Recht des Golftstaates auf ein ziviles Atomprogramm unterstrichen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) der Uno hat mit Teheran ein Abkommen geschlossen, wonach Iran bis Ende November sein Atomprogramm offenlegen soll.

ler/AP/AFP