Atomstreit mit Iran Chamenei droht USA mit Niederlage
Teheran - Chamenei sagte im staatlichen Rundfunk mit Bezug auf eine der iranischen Milizorganisationen: "Die Amerikaner versuchen, die Islamische Republik Iran zu untergraben, aber sie werden durch die freiwillige Basidsch-Jugend ihre größte Niederlage erleiden."
Die Spannungen zwischen beiden Staaten sind in diesem Monat weiter gestiegen. US-Präsident George W. Bush sagte, dass "alle Optionen auf dem Tisch" seien, falls Iran nicht sein Atomprogramm einstelle. Bush reagierte damit auf die Wiederaufnahme der Urankonversion in der Atomanlage Isfahan.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte unterdessen im staatlichen Fernsehen, er habe den Obersten Nationalen Sicherheitsrat angewiesen, im Streit um das Atomprogramm eine neue Initiative vorzulegen. "Iran wird bald Vorschläge über den Brennstoffkreislauf zur friedlichen Nutzung der Atomenergie anbieten", sagte Ahmadinedschad und fügte hinzu, seine Regierung wolle die Gespräche mit den Europäern fortsetzen.
Wegen der Wiederaufnahme der Umwandlung von Uranoxid in das Gas Uranhexafluorid hat die EU eine für den 31. August geplante Verhandlungsrunde mit Iran abgesagt. Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte dem Rundfunksender France Inter, die Europäische Union halte die Fortsetzung der Verhandlungen mit Teheran weiter für möglich.
Die Konversion von Uranoxid in Uranhexaflourid ist die Vorstufe für die Anreicherung von Uran. Bei diesem Prozess wird der Anteil des spaltbaren Urans 235 so weit erhöht, dass Kernbrennstäbe produziert werden können. Dafür reicht eine Anreicherung auf drei Prozent; mit einem auf 93 Prozent U-235 angereicherten Atommaterial können auch Atombomben hergestellt werden.