Atomstreit Nordkorea fordert Konten-Freigabe
Peking - Die USA müssen ihre Beschränkungen gegen die Konten bei der Banco Delta Asia in Macao beseitigen, forderte am Samstag der nordkoreanische Chefunterhändler für die Gespräche über das Atomwaffenprogramm Pjöngjangs. Er habe bisher noch nicht gehört, dass die Guthaben freigegeben werden. Erst dann würden die umstrittenen Atomanlagen in Yongbyon wie vereinbart abgeschaltet.
Die USA sehen hingegen ihre Zusagen zur Aufhebung von Finanzsanktionen gegen das kommunistische Land erfüllt. Im Zuge der Beilegung des Atomstreits hatten die USA diese Woche die Ermittlungen wegen illegaler nordkoreanischer Finanzaktivitäten gegen die Banco Delta Asia (BDA) beendet und damit erste Schritte zur Freigabe der Konten eingeleitet.
"Ich bin sicher, wir werden über das BDA-Problem in einigen Tagen nicht mehr reden", sagte der US-Unterhändler Christopher Hill am Samstag in Peking. Die nächste Sechserrunde unter Beteiligung Nord- und Südkoreas, der USA, Chinas, Japans und Russlands beginnt am Montag. Nordkorea hatte im Februar zugesagt, seinen Atomreaktor und andere Nuklearanlangen im Gegenzug zu Energielieferungen binnen 60 Tagen stillzulegen.
Der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Arbeitsgruppe im Bundestag, Hartmut Koschyk (CSU), erklärte nach Gesprächen in Pjöngjang, Nordkorea wünsche sich eine "aktivere Rolle" Deutschlands und der EU, um den Friedensprozess bei dem geplanten Abbau seines Atomwaffenprogramms zu begleiten. Die nordkoreanische Seite habe dafür einen politischen Dialog angeboten, in dem auch Menschenrechtsfragen diskutiert werden könnten.
Wenn Nordkorea seine Zusagen zur Beseitigung der Nuklearanlagen einhält, muss nach Überzeugung von Koschyk auch darüber nachgedacht werden, ob statt humanitärer Hilfe für das verarmte Land "der Schritt zur klassischen Entwicklungshilfe gemacht werden kann". Vor der neuen Runde der Sechs-Parteien-Gespräche seien seine Gesprächspartner "sehr optimistisch" gewesen. "Sie wirkten sehr entspannt."
cai/dpa