Atomstreit Pjöngjang stellt Bedingungen
Seoul - Tags zuvor hatte sich Nordkorea nach mehr als zweijährigen Verhandlungen noch grundsätzlich zum Verzicht auf Kernwaffen und zur Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag bereit erklärt. Nordkorea hatte schon bei den Sechs-Nationen-Gesprächen in der vergangenen Woche in Peking die Forderung nach einem Leichtwasserreaktor zur Deckung des Strombedarfs aufgebracht. In der am Montag erzielten Einigung, in der sich Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm und zur Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags bereit erklärt hatte, hieß es dazu nur, dieses Thema solle "zur angemessenen Zeit" geklärt werden. Nun machte die Regierung in Pjöngjang deutlich, dass sie als vertrauensbildende Maßnahme seitens der USA zuerst den Reaktor geliefert haben will.
US-Präsident George W. Bush nannte das am Montag im Rahmen der Sechs-Nationen-Gespräche verabschiedete Abkommen einen "Schritt dahin, die Welt sicherer zu machen". Es müsse sich allerdings zeigen, inwieweit den Ankündigungen auch Taten folgten. Außenamtssprecher Adam Ereli sagte, in einer nächsten Verhandlungsrunde Anfang November wolle Washington über eine mögliche Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Pjöngjang beraten.
Das japanische Außenministerium nannte die nordkoreanische Forderung in einer ersten Reaktion inakzeptabel. Es ginge nicht, dass Pjöngjang den Verzicht auf sein Atomprogramm an die Lieferung von Leichtwasserreaktoren zur Erzeugung von Energie knüpfe, sagte Außenminister Nobutaka Machimura heute.