Atomstreit: Teheran zeigt Kompromissbereitschaft - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Atomstreit Teheran zeigt Kompromissbereitschaft

Kurz vor den Moskauer Gesprächen zum iranischen Atomstreit hat Teheran Interesse am russischen Kompromissvorschlag bekundet. Demnach soll Uran für Iran in Russland angereichert werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Moskau/Brüssel - Eine ranghohe iranische Delegation aus Teheran wird am Montag zu Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Moskau erwartet. Im Zentrum der Gespräche steht ein Vorschlag des Kremls. Dabei geht es um eine Urananreicherung für Iran auf russischem Territorium. Am Sonntag bekräftigte Teheran sein Interesse an dem Angebot. Außenminister Manuchehr Mottaki sagte, es müsse jedoch darüber beraten werden, welche Partner einbezogen würden, sowie auf welche Zeit das Projekt angelegt sei und wo die Urananreicherung erfolgen solle. Mottaki erklärte, sein Land werde keine Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen akzeptieren.

Der iranische Unterhändler in Moskau, Ali Hosseinitasch, sagte dem staatlichen Fernsehen, der Iran vertraue Russland. Allerdings sei die Zustimmung Russlands zum Verweis des Atomstreits vor den Uno-Sicherheitsrat unerwartet gekommen. Sollten die Moskauer Gespräche scheitern, ist eine Einschaltung des Sicherheitsrats wahrscheinlich. Der Rat könnte Sanktionen verhängen.

Neben dem Treffen in Moskau finden am Montag auch in Brüssel Gespräche zur Beilegung des Atomstreits mit Iran statt. Mottaki kommt mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und mit Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zusammen. Er werde in Brüssel alle Aspekte des iranischen Atomprogramms ansprechen, darunter auch die nukleare Forschung, unterstrich Mottaki.

Mit dem Plan zur Urananreicherung in Russland wollen der Westen und Russland verhindern, dass Teheran unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergie-Nutzung heimlich an einem Atomwaffenprogramm arbeitet. Teheran hat stets betont, kein Atomwaffenprogramm zu verfolgen und lediglich an der Stromerzeugung interessiert zu sein