Atomtransport: Zieleinlauf mit Hindernissen - DER SPIEGEL
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Atomtransport Zieleinlauf mit Hindernissen

Nach zahlreichen Protesten in Deutschland und Frankreich ist der Transport von Kernbrennmaterial aus drei süddeutschen Städten in der Wiederaufberatungsanlage in der Normandie angekommen. Auf seinem Weg war der Zug immer wieder von Atomkraftgegnern gestoppt worden.
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Wörth - Mit dreistündiger Verspätung kam er am Verladebahnhof der Aufbereitungsanlage in La Hague an. Bei Conflans Fin d'Oise nordwestlich von Paris hatten 40 Vertreter von Grünen und Bürgerinitiativen eine halbe Stunde die Gleise mit brennenden Holzstücken und Bändern blockiert. Nach kurzem Stopp konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. Wenig später wurde er erneut aufgehalten, als Demonstranten im Bahnhof von Evreux die Gleise blockierten. Die weiß gekleideten Demonstranten wurden nach Angaben der Polizei jedoch nach wenigen Minuten abgedrängt. Zuletzt hielten Greenpeace-Aktivisten den Zug in Caen für eine halbe Stunde auf.

Proteste in Deutschland

Die zwölf Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Wörth und der französischen Grenze war von Polizei und Bundesgrenzschutz sowie aus der Luft überwacht worden. Dennoch gelang es am Dienstagabend einem Mann und einer Frau, sich am Gleis festzumachen, so dass der Zug vorübergehend anhalten musste. Polizisten konnten die Vorrichtungen, mit denen sich die beiden ans Gleis gefesselt hatten, jedoch schnell durchtrennen.

Atomkraftgegner hatten schon am Vormittag an mehreren Orten erfolglos versucht, den Transport durch Gleisblockaden zu verzögern. Die Polizei kesselte mehrere hundert Demonstranten vorübergehend ein. Mehrere Menschen wurden durch den Schlagstock-Einsatz verletzt. Polizei und Bundesgrenzschutz nahmen zahlreiche Protestierer fest.

Gleisblockaden bei Philippsburg

In Sennfeld bei Schweinfurt hatten am Dienstag mehrere Greenpeace-Aktivisten versucht, die Abfahrt des Zuges mit abgebrannten Brennelementen aus dem bayerischen AKW Grafenrheinfeld mit einer Gleisblockade zu verzögern. Vier Umweltschützer seilten sich von einer Fußgängerbrücke zu den Gleisen ab, weitere vier ketteten sich mit Stahlrohren an den Schienen fest. Die Aktion wurde von Ordnungskräften nach einer dreiviertel Stunde beendet.

Im baden-württembergischen Philippsburg verhinderten Sicherheitskräfte Gleisblockaden von Greenpeace und Robin Wood. Laut Polizei fuhren Aktivisten mit zwei Autos auf Bahngleise und versuchten, sich festzuketten. Zuvor waren neun Personen festgesetzt worden, weil sie gegen das großflächige Versammlungsverbot verstoßen hatten.

Das abgebrannte Material wird zwecks Wiederaufarbeitung nach La Hague in der Normandie gebracht werden. Es war der erste Transport dieser Art seit drei Jahren. Der Zug war am Dienstagabend aus dem Bahnhof von Wörth in der Pfalz abgefahren, wo er zuvor zusammengestellt worden war. Das in Containern verpackte Material aus den Kernkraftwerken Grafenrheinfeld in Unterfranken, Philippsburg in Baden und Biblis in Hessen war zuvor in separaten Bahntransporten nach Wörth gebracht worden.