Atomwaffen: Libyens Technik stammte aus Pakistan - DER SPIEGEL
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Atomwaffen Libyens Technik stammte aus Pakistan

Trotz der Ankündigung Libyens auf Massenvernichtungswaffen zu verzichten, will die US-Regierung die Sanktionen gegen das Land aufrechterhalten. Unterdessen berichtet eine amerikanische Zeitung, die Schlüsseltechnologie für das libysche Atomwaffenprogramm stamme aus Pakistan.
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Washington - Bei den Lieferungen habe es sich um Zentrifugentechnologie gehandelt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf US-Regierungsbeamte und andere westliche Experten. Diese Technik habe Libyen in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Urananreicherung zur Verwendung für Atomwaffen ermöglicht. Dem Bericht zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass die Regierung von Präsident Pervez Musharraf von dem Technologietransfer durch pakistanische Wissenschaftler wusste.

Musharraf, ein enger Verbündeter der USA im Anti-Terror-Kampf, hatte der Regierung in Washington kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zugesagt, den internationalen Verkauf atomarer Technologien durch pakistanische Wissenschaftler zu unterbinden. Der Zeitung zufolge erfolgte der Transfer im Fall der Zentrifugen aber anscheinend in der Zeit nach diesem Versprechen.

Libyen seinerseits hatte Mitte Dezember eine Einstellung seines gesamten Programms für Massenvernichtungswaffen angekündigt. Trotz dieser Zusage verlängerte George W. Bush am Montag (Ortszeit) die Sanktionen gegen das nordafrikanische Land. In einer in Washington veröffentlichten Erklärung betonte Bush, es gebe zwar positive Entwicklungen, aber die Krise zwischen den Vereinigten Staaten und Libyen, die am 7. Januar 1986 zur Verhängung der Sanktionen geführt hat, ist noch nicht vollständig behoben".

Der Ankündigung der libyschen Regierung müssten nun konkrete Schritte folgen, fuhr der Präsident fort. Dann werde es auch "im Gegenzug spürbare Schritte der USA zur Anerkennung des libyschen Fortschritts" geben.

Washington hatte 1986 nach einem Anschlag auf die Berliner Diskothek "La Belle", bei dem auch zwei US-Soldaten getötet worden waren, einen totalen Wirtschaftsboykott gegen Libyen verhängt. Die Sanktionsentscheidung wird jedes Jahr von der US-Regierung überprüft.