Ausblick auf 2012 Europas Bosse warnen vor Krisenjahr
Spiegelbild in Frankfurt am Main: Weg aus der Krise nicht ohne Rückschläge
Foto: Boris Roessler/ dpaHamburg - 2012 wird schwerer als 2011: Das ist die Botschaft vieler Staats- und Regierungschefs in der EU an ihre Bürger. In ihren Neujahrsansprachen zeigten sie sich nur wenig optimistisch, was die wirtschaftliche Entwicklung und die Bewältigung der Schuldenkrise in der Euro-Zone betrifft.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stimmte die Deutschen auf ein schwieriges Jahr 2012 ein. Der Weg, die Schuldenkrise zu überwinden, "bleibt lang und wird nicht ohne Rückschläge sein", sagte Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Nach einem Bericht muss der Bund 2012 für Zahlungen in den Rettungsschirm ESM erheblich mehr neue Schulden machen.
Merkel betonte in ihrer Rede zum neuen Jahr, Deutschland gehe es gut, auch wenn das neue Jahr ohne Zweifel schwieriger werde als 2011. Mit Blick auf die Schuldenkrise sicherte die Kanzlerin zu, alles zur Stärkung des Euro zu tun. Am Ende des Weges werde "Europa stärker aus der Krise hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist".
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief zu einem Durchhalten in der Finanzkrise auf. Diese sei noch nicht beendet, doch es gebe Grund zur Zuversicht, sagte er. "Diese Krise (...), vermutlich die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg, ist noch nicht vorbei", sagte Sarkozy in einer am Abend im Fernsehen ausgestrahlten Neujahrsrede. Aber es gebe Anlass zur Hoffnung. "Wir müssen, wir können weiter Vertrauen in die Zukunft haben", fügte der Franzose hinzu, der sich im März sehr wahrscheinlich um ein weiteres Mandat bewerben wird, dies aber noch nicht offiziell erklärt hat.
Grafiken: Die wichtigsten Fakten zur Schuldenkrise
An die Ratingagenturen gerichtet, betonte Sarkozy, diese würden - ebensowenig wie die Märkte - nicht über die französische Politik entscheiden. Frankreich droht eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit, die auch Deutschland und weitere EU-Staaten ereilen könnte.
Der griechische Regierungschef Loukas Papademos stimmte seine Landsleute auf weitere Opfer im neuen Jahr ein. "Ein sehr schwieriges Jahr geht, das von notwendigen, aber schmerzhaften Maßnahmen geprägt war (...)", erklärte Papademos am Samstag. "Ein sehr schwieriges Jahr kommt. Wir müssen mit Entschlossenheit die Bemühungen fortsetzen (...), damit die Krise nicht in eine chaotische und katastrophale Pleite führt", betonte Papademos. Ziel sei es, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibe.
Italiens Staatschef Giorgio Napolitano rief die Italiener dazu auf, Opfer zu akzeptieren, um einen "Zusammenbruch der nationalen Finanzen" zu verhindern. Die Opfer seien notwendig, um die Zukunft der jungen Menschen zu sichern, erklärte Napolitano in seiner Neujahrsansprache am Samstag.