Australien Eklat bei Bush-Rede
Sydney - Die beiden Senatoren gehören den Grünen Australiens an. Sie unterbrachen Bushs Rede mehrfach mit Zwischenrufen. Dabei wandten sie sich gegen den Irak-Feldzug des amerikanischen Präsidenten. Bush reagierte auf die Rufer mit den Worten: "Ich liebe die Meinungsfreiheit." Dennoch wurden die Grünen-Politiker des Saales verwiesen. In seiner Ansprache vor den Abgeordneten dankte er Australien für den Beitrag zum Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein.
Australische Soldaten hätten in den vergangenen hundert Jahren zusammen mit der Armee der USA gekämpft, erinnerte Bush. "Im Krieg gegen den Terror befinden wir uns wieder Seite an Seite", sagte er. Australien hatte rund 2000 Soldaten für die Invasion an den Golf entsandt.
Bush war zum Abschluss seiner Reise durch die asiatisch-pazifische Region am Mittwoch auf dem Fünften Kontinent eingetroffen. Zuvor hatte er fünf asiatische Länder besucht. Auf seiner vorletzten Station hatte er am Mittwoch auch Indonesien für die Anstrengungen im Kampf gegen den Terror gedankt.
Bei Bushs Ankunft in Canberra demonstrierten mehr als 1000 Menschen gegen die Invasion im Irak. Eine Rednerin der oppositionellen Labor-Partei warf dem US-Präsidenten "brutalen Irrsinn" im Zusammenhang mit der Militäraktion am Golf vor. Anlässlich des Bush-Besuchs wurde das australische Parlament zum ersten Mal in der Geschichte für die Öffentlichkeit gesperrt. Protestierer durften sich nicht weiter als 100 Meter nähern.
Die vor dem Parlament versammelten Demonstranten zogen nach der Rede Bushs vor die US-Botschaft. Dort kam es zu vereinzelten Rangeleien mit Polizisten. Plakate der Demonstranten trugen Parolen wie "Go back to Texas" oder "Osama bin Bush".