Australien Konservative gewinnen zum dritten Mal
Herausforderer Kim Beazley von der oppositionellen Labor-Partei räumte im australischen Fernsehen seine Niederlage ein. Überdies wolle er den Parteivorsitz niederlegen, erklärte der 52-Jährige. Labor hat bei der Wahl offenbar deutliche Stimmeinbußen erlitten.
Nach Einschätzung von Wahlanalytikern wird Howards liberal- konservatives Parteienbündnis mit einem Vorsprung von zehn bis zwölf Sitzen vor der Opposition ins Repräsentantenhaus einziehen. Nach Auszählung von 75 Prozent der Stimmen wurden der Regierungskoalition 77 Sitze vorausgesagt, Labor kam den Computer-Hochrechnungen zufolge auf 66 Mandate, drei gingen demnach an unabhängige Kandidaten. Die Verteilung der restlichen vier Sitze war zunächst offen. In Australien finden alle drei Jahre Parlamentswahlen statt.
Umfragen sagten zunächst anderes Ergebnis voraus
Howard, der sich um eine dritte Amtszeit bewirbt, hatte vor allem durch seine harte Haltung in der Flüchtlingspolitik an Popularität gewonnen. Umfragen hatten den Juristen zuvor als klaren Verlierer der Wahl gesehen. Das Blatt begann sich zu seinen Gunsten zu wenden, nachdem der Regierungschef Ende August rund 460 aus Seenot geretteten Flüchtlingen auf dem norwegischen Containerfrachter "Tampa" die Einreise auf den Fünften Kontinent strikt verweigerte. Anschließend wurden die See- und Luftpatrouillen verstärkt, um Asylsuchende mit Ziel Australien bereits auf hoher See abzufangen.
Der 52-jährige Herausforderer Beazley hatte die international kritisierte Flüchtlingspolitik Howards unterstützt, um nach Meinung politischer Beobachter die Wähler nicht zu verprellen. Daneben setzte der ehemalige Universitätsdozent aber auf sozialdemokratische Themen wie Gesundheit, Ausbildung und Arbeitsplätze.
Insgesamt waren 12,6 Millionen Australier zur Parlamentswahl aufgerufen. Auf dem Inselkontinent herrscht Wahlpflicht.