Bagdad 18 Leichen in Minibus entdeckt
Bagdad - Bei dem Bombenanschlag auf den Konvoi wurde in Bagdad mindestens ein Mensch. Der Minister Bajan Dschabor sei nicht in einem der Fahrzeuge gewesen, sagte ein Mitarbeiter der Behörde. Ein anderer Mitarbeiter sprach von zwei Todesopfern. Die Fahrzeuge verließen den Angaben zufolge gerade den Ministeriumskomplex zum Tanken, als eine am Straßenrand gelegte Bombe explodierte.
Die Toten in dem Minibus trugen Handschellen und Augenbinden, einige waren erschossen, andere erwürgt worden, wie die Polizei mitteilte. Der Bus sei an der Straße zwischen Amirijah und Chadra gefunden worden, dies seien zwei der gefährlichsten Stadtteile Bagdads, sagte Polizeisprecher Maitham Abdul-Rassak. Nach der Entdeckung am Dienstagabend konnten die Toten zunächst noch nicht identifiziert werden.
Unterdessen konnte ein irakisches Sondereinsatzkommando einen Regierungsbeamten aus der Geiselhaft befreien. Die US-Armee berichtete heute, die Spezialkräfte hätten den mit Handschellen an ein Bett gefesselten Mann am vergangenen Montag in einem Haus in Tadschi nördlich von Bagdad gefunden. Er sei vier Tage zuvor entführt und von den Kidnappern schwer misshandelt worden. Die Geiselnehmer hätten geplant, ihn am Montagabend zu töten. Zwei mutmaßliche Entführer wurden festgenommen.
Wie das US-Militärkommando weiter mitteilte, hoben US-Soldaten gestern östlich der Rebellenhochburg Falludscha eine Bombenwerkstatt aus. Sie nahmen fünf Verdächtige fest.
Ethik-Kurse für britischen Offiziers-Nachwuchs
Angesichts des Folter-Skandals im Irak ist auf der britischen Elite-Militärakademie Sandhurst der Lehrplan geändert worden. Nach einem Bericht der Tageszeitung "The Times" bekommt der Offizier-Nachwuchs dort jetzt auch Ethik-Unterricht, mit dem die Ablehnung von Folterpraktiken untermauert werden soll. Auf diese Weise sollen die Soldaten lernen, in Konfliktsituationen besser mit Gefühlen wie Hass und Rache umzugehen. Der Unterricht wird von einem Pater gegeben, der selbst im Irak im Einsatz war.
Der Offizier-Nachwuchs müsse auf die Gefahren von "gestörten Leidenschaften" vorbereitet werden, sagte Pater Jonathan Woodhouse. Dazu gehöre zum Beispiel der Wunsch, zu foltern und unnötigen Schmerz zufügen zu wollen. "Man muss sehr vorsichtig sein, dass solche Gefühle nicht hoch kommen und, wenn doch, dass wir sie unter Kontrolle halten können."
Erst zu Beginn der Woche hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wieder Foltervorwürfe gegen die britischen und amerikanischen Truppen im Irak erhoben. Zum Offiziers-Nachwuchs, der in Sandhurst seine Ausbildung bekommt, gehören derzeit auch die beiden Prinzen William und Harry.
Wegen der Gefangennahme Tausender Menschen im Irak hat Uno-Generalsekretär Kofi Annan die Koalitionstruppen unter US-Führung und die örtlichen Behörden kritisiert. Die willkürlichen Festnahmen könnten internationales Recht verletzten, schrieb Annan in einem gestern veröffentlichten Bericht. Die Gefängnisse geben demnach weiter Anlass zur Sorge. Annan hatte die Situation im Irak bereits in der Vergangenheit kritisiert.
lan/AP/AFP/dpa