Bagdad 250 Millionen Dollar in Tunnel entdeckt
Bagdad - Die US-Armee hat nach Angaben des amerikanischen Zivilverwalters für den Irak, Paul Bremer, 250 Millionen US-Dollar aus einem überfluteten Gewölbe unter der irakischen Zentralbank in Bagdad gerettet. In das Gewölbe war nach einem Raketenangriff der US-Armee während des Krieges Wasser eingedrungen.
Bremer kündigte am Montag in Bagdad außerdem die Gründung einer Organisation zur Gewährung von Handelskrediten im Irak an. Damit solle die Wirtschaft des Landes wieder auf Trab gebracht werden, sagte er.
Die Organisation, die mit Hilfe privater Banken und der irakischen Zentralbank gegründet werde, solle Investoren und Geschäftsleuten dabei helfen, im Irak Geschäfte abzuschließen, ohne dass sie Angst haben müssten, ihr Geld zu verlieren. Ziel sei es außerdem, den Übergang der irakischen Wirtschaft von einer künstlich regulierten Staatswirtschaft hin zu einer freien Marktwirtschaft zu erleichtern.
Bremer stellte zudem Pläne für eine Neuorganisation der irakischen Polizei und des Innenministeriums vor. Geleitet werden soll die Operation von Bernhard Kirk, einem Beauftragten der New Yorker Polizei. Kirk sagte, seine Mitarbeiter hätten inzwischen damit begonnen, diejenigen Polizisten zu entlassen, die früher Führungsposten in der Baath-Partei von Saddam Hussein hatten oder ihre Position für kriminelle Aktivitäten ausgenutzt haben. Mehr als 7000 Polizisten seien bereits überprüft worden.
Einer von den Überprüften und Entlassenen ist Abbad Dschadua Obeid. Für ihn gingen in Bagdad Dutzende von irakischen Polizisten am Montag auf die Straße. Sie forderten die US-Armee auf, eine Ausnahme von ihrer Regel zu machen und ihren Chef wieder einzustellen. "Wir wissen, dass er ein Führungsmitglied in der jetzt aufgelösten Baath-Partei ist, aber er ist ein vorbildlicher Mensch und man kann ihm vertrauen", sagte einer der Demonstranten über den Direktor der Bewachungseinheit.