Bagdad: Folteropfer berichtet über Misshandlungen - DER SPIEGEL
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Bagdad Folteropfer berichtet über Misshandlungen

Die Folterbilder aus dem Irak haben weltweit die Öffentlichkeit geschockt. Jetzt berichtet zum ersten Mal eines der Opfer in einer amerikanischen Zeitung über die Misshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghureib.
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Bagdad - Der ehemalige irakische Soldat Hayder Sabbar Abd, der sechs Monate im berüchtigten Abu Ghraib-Gefängnis von den Amerikanern festgehalten wurde, ist laut einem Bericht der "Herald Tribune" einer der Männer, die auf den jüngst veröffentlichten Folterbildern zu sehen sind. Abd ist demnach im Juni 2003 von einer amerikanischen Patrouille inhaftiert worden und habe insgesamt sechs Monate im Gefängnis verbracht.

Zu den Misshandlungen sei es im November in Folge einer Strafaktion wegen einer Schlägerei unter Gefangenen gekommen. Er und sechs seiner Mithäftlinge hätten sich ausziehen und nackt aufeinander legen müssen. Amerikanische Wachsoldaten hätten dann "Vergewaltiger" auf die nackten Körper geschrieben, so der 34-jährige Iraker. Hier sei auch eines der veröffentlichten Fotos entstanden, auf dem amerikanische Soldaten hinter einem Berg aus Leibern feixen.

Danach sei er an die Wand gepresst und zur Masturbation vor einer amerikanischen Soldatin gezwungen worden. "Sie lachte und drückte die Hände auf ihre Brüste", wird Abd in dem Bericht zitiert, "natürlich konnte ich es nicht tun und sagte ihnen das auch. Also schlugen sie mich in den Unterleib und ich fiel auf den Boden. Der Übersetzer schrie "Tu es, tu es! Es ist besser als geschlagen zu werden!" Also packte ich meine Hand auf meinen Penis und tat, als ob ich masturbierte." Auch diese Szene sei von den amerikanischen Soldaten dokumentiert worden. Trotz Kapuze auf dem Kopf sei Abd eindeutig zu identifizieren: "Die alten Narben auf seinem Körper lassen keinen Zweifel an seiner Identität", schreibt die "Herald Tribune".

Der ehemalige Soldat legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Aktion um einen Einzelfall gehandelt hat: "In der meisten Zeit haben sie mich gut und respektvoll behandelt", so Abd.

Die Berichte Abds werden von der Zeitung als glaubwürdig eingeschätzt: Die Gefangenen-Nummer 13077, die Abd angab, stimme mit der Nummer eines früheren Gefangenen überein, der unter Eid die Misshandlungen durch amerikanische Soldaten beschwor. Der Bericht dieses Mannes decke sich zudem mit den Untersuchungsergebnissen eines militärischen Ermittlers. Einige Teile seiner Geschichte würden auch von einem durch die Vorfälle traumatisierten amerikanischen Soldaten bestätigt.

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