Bagdad: Polizei entdeckt 15 erdrosselte Männer - DER SPIEGEL
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Bagdad Polizei entdeckt 15 erdrosselte Männer

Bagdad ist erneut Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens geworden: Die Polizei fand in der irakischen Hauptstadt die Leichen von 15 erdrosselten Männern.
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Bagdad - Die Leichen der Männer seien an Händen und Füßen gefesselt und zeigten Spuren von Folter. Die Körper hätten sich in einem Fahrzeug in Chudra im Westen der irakischen Hauptstadt befunden.

In Bagdads westlichem Vorort Abu Ghureib wurde zudem heute die Leiche eines sunnitischen Predigers gefunden. Ein Sprecher des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten sagte, Scheich Ahmed Haschim Ahmed, ein Imam aus Süd-Bagdad, sei vor einer Woche entführt worden.

In der Nähe des Entdeckungsortes der 15 Leichen hatten die Behörden vor einer Woche 18 auf ähnliche Weise getötete Männer gefunden. Viele von ihnen wurden später als sunnitische Muslime identifiziert. Daraufhin gerieten schiitische Milizen in Verdacht. Die anhaltende Gewalt zwischen den Volksgruppen hat die Angst vor einem Bürgerkrieg geschürt.

Unterdessen hat das irakische Innenministerium erstmals die von der US-Armee und von sunnitischen Organisationen veröffentlichten Berichte über Todesschwadronen aus den Reihen der Sicherheitskräfte bestätigt. Ein hochrangiger Ministerialbeamter sagte der irakischen Zeitung "al-Mashreq", eine Untersuchungskommission habe festgestellt, dass 22 Beamte aus dem Innenministerium und drei Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in den Fall verwickelt seien. Diese hätten Zivilisten entführt und getötet, "um Rache zu üben", sagte Generalmajor Kamal Hussein. Nach seiner Darstellung handelten die Angehörigen der Todesschwadronen eigenmächtig und nicht auf Befehl des Ministers.

Arabische Sunniten hatten dem Minister Bajan Bakr Solagh, der zu Schiiten-Partei SCIRI gehört, vorgeworfen, er benutze eine illegale paramilitärische Einheit, die aus der Miliz seiner Partei hervorgegangen sei, für Morde an sunnitischen Geistlichen und politischen Gegnern. Bei mehreren Entführungen hatten Augenzeugen berichtet, die Kidnapper hätten Uniformen der Polizei getragen.

Neuer Abu-Ghureib-Prozess

Mit der Auswahl einer siebenköpfigen Jury begann gestern in Fort Meade (Maryland) der Militärprozess gegen einen Hundeführer aus dem US-Militärgefängnis von Abu Ghureib bei Bagdad begonnen. Dem 24-jährigen Michael Smith wird vorgeworfen, mit seinem Schäferhund Marco irakische Häftlinge angegriffen, eingeschüchtert und belästigt zu haben.

Im Rahmen des Folter- und Misshandlungsskandals von Abu Ghureib hatte das Foto mit einem bellenden Hund vor dem Gesicht eines völlig verängstigten Häftlings für weltweite Empörung gesorgt. Nach einem Bericht der "Washington Post" hatte das US-Militär den irakischen Häftling Aschraf Abdullah Ahsi verdächtigt, enge Beziehungen zum Terrornetzwerk al-Qaida zu unterhalten.

Militäraufklärer hätten deshalb ein "Sonderprojekt" entwickelt, um den Willen von Ahsi zu brechen und ihn zum Reden zu bringen. Nach Angaben des Blattes soll Smith mit seinem Hund auch an einem Wettbewerb teilgenommen haben, bei dem es darum ging, Gefangene so unter Druck zu setzen, dass sie sich aus Angst in die Hose machen.

lan/Reuters/dpa

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