Bagdad US-Militärs stellen Leichen Udais und Kusseis aus
Bagdad - Nach Angaben mehrerer Agenturen haben die amerikanischen Besatzungtruppen im Irak die Leichen von Udai und Kussei Hussein mehreren Journalisten gezeigt. Zugleich veröffentlichten sie in Bagdad die Autopsieberichte. Sie erklärten, jede der beiden Leichen weise mehr als 20 Schusswunden auf. Um allerletzte Zweifel an der Identität der Leichen auszuräumen, wurden Knochen- und Muskelproben zur DNS-Analyse in ein Militärlabor nach Washington geschickt.
Die Leichen wurden in einer behelfsmäßigen Leichenhalle auf dem internationalen Flughafen in Bagdad gezeigt.
Der Korrespondent des arabischen TV-Senders al-Dschasira sagte, nachdem er die Leichen gesehen hatte, er gehe nun davon aus, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um die beiden Söhne des Ex-Präsidenten handele, obwohl die Leichen durch Schusswunden stark entstellt seien.
"Mir wurden die Leichen gezeigt, und sie scheinen die von Udai und Kussei zu sein", bestätigte der Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters, Andrew Marshall.
US-Vertreter sind sich sicher, dass ihre Soldaten die Brüder getötet haben. Es gebe keinen Hinweis auf einen Selbstmord.
Sie sagten weiterhin, dass an beiden Leichen "Gesichtspartien wiederhergestellt" worden seien. Dies sei eine gängige Praxis und nicht der Versuch, die irakische Bevölkerung zu täuschen. Die USA bemühen sich, die Iraker vom Tod der Brüder zu überzeugen und davon, dass sie keine Furcht mehr vor ihnen zu haben brauchen.
Das US-Verteidigungsministerium hat am Freitag weitere Aufnahmen der Brüder veröffentlicht. Auf diesen Bildern sind - wie am Vortag - die Köpfe der Toten zu sehen. Im Gegensatz zu den zuvor veröffentlichten Bildern mit sichtbaren Verletzungen sind dieses Mal die Gesichter präpariert, wirken wie aus Wachs und zeigen deutliche Ähnlichkeit mit früheren Aufnahmen der lebenden Saddam-Söhne. Gezeigt wurden auch erstmals die Oberkörper der Leichen mit Schuss- und Brandwunden sowie Autopsie-Nähten.