Barack Obama schreibt im "Economist" "Das politische System der USA kann frustrierend sein"
Barack Obama
Foto: Jim Lo Scalzo / dpaEinwanderungspolitik, Globalisierung, irrationale Ängste - in einer Art offenem Brief schreibt US-Präsident Barack Obama über die großen Herausforderungen seines Landes und erklärt, welche Aufgaben seine Nachfolger für ihn weiterführen müssen. Geschrieben hat Obama seine "Abbrechung" mit dem Titel "The way ahead" ("Der Weg in die Zukunft") für den "Economist".
Darin äußert er sich kritisch über antimuslimische, antimexikanischen und Anti-Flüchtlingsrhetoriken, die von "einigen" Amerikanern in der vergangenen Zeit häufiger gebraucht werden. Er vergleicht die Ressentiments gegen Randgruppen mit der Ausgrenzung asiatischer Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wagt einen positiven Ausblick in die Zukunft: "Wir haben diese Vorurteile schon ein mal hinter uns gelassen und wir werden es wieder tun, " schreibt er.
Obama widmet sich in dem Schreiben auch ökonomischen Herausforderungen. Eine große Gefahr sei demnach die große Schere zwischen Arm und Reich. Während seiner zwei Amtszeiten habe sich Obama darum bemüht, dagegen anzukämpfen. Doch die Aufgabe werde die USA noch sehr viele Jahre beschäftigen.
Große Herausforderungen und Hoffnung
Auch in Zukunft müsse Geld in das US-amerikanische Bildungssystem gesteckt werden, Collegeplätze müssten bezahlbarer werden und innovative Ideen sollten gefördert werden. Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit solle auch weiterhin auf der Agenda des nächsten Präsidenten stehen.
Damit die schwache Wirtschaft der USA sich erholt, will Obama daran festhalten, dass das in Europa umstritteneTransatlantische Freihandelsabkommen TTIP beschlossen wird - allerdings überlässt er die Aufgabe seinem Nachfolger.
In den vergangenen Jahren hat Obama sich immer wieder für den Klimaschutz eingesetzt. Für ihn gehört das Thema Nachhaltigkeit zu einer der großen Aufgaben der zukünftigen Regierung.
"Das politische System der USA kann frustrierend sein. Glauben sie mir, ich weiß das," fasst Obama am Ende zusammen. Dennoch ist der US-Präsident optimistisch. Die vergangenen acht Jahren geben Grund zur Hoffnung auf der Welt, so Obama.
Demnach wurde eine zweite große Wirtschaftskrise abgewendet, das Finanzsystem ist wieder stabil und notwendige Steuerreformen wurden auf den Weg gebracht. "Die Grundlagen sind geschaffen und die Zukunft schreiben wir," schließt Obama seinen offenen Brief ab.