Barak oder Scharon Wahlmüde Israelis
Jerusalem - Nach Angaben des Statistischen Amtes gingen in den ersten drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale nur elf Prozent der rund 4,1 Millionen Wahlberechtigten zur Abstimmung. Das waren vier Prozent weniger als bei der allgemeinen Wahl im Mai 1999.
Aus den Städten und Dörfern der israelischen Araber im Norden des Landes wurde in den ersten Stunden eine extrem niedrige Beteiligung von 0,01 Prozent gemeldet. Arabische Politiker hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen, was insbesondere dem amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Barak schaden dürfte. Rund zwölf Prozent der Wahlberechtigten sind Araber.
Barak, der nach allen Umfragen deutlich hinter seinem rechtsgerichteten Herausforderer Ariel Scharon von der Likud-Partei liegt, gab sich am Morgen bei der Stimmabgabe in seinem Heimatort Kochav Jair optimistisch zum Wahlausgang. Scharon, der die Friedenspolitik Baraks im Falle seines Sieges nicht fortsetzen will, nahm am Morgen an einer Familienfeier teil.
Wegen der Wahl wurde der Dienstag zum öffentlichen Feiertag erklärt. Die Wahllokale schließen um 21 Uhr (MEZ). Kurz danach werden die beiden Fernsehstationen des Landes erste Computerprognosen über den Wahlausgang veröffentlichen.