Barak skeptisch: "Arafat verschwendet zu viel Zeit" - DER SPIEGEL
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Barak skeptisch "Arafat verschwendet zu viel Zeit"

Nur noch drei Wochen hat US-Präsident Bill Clinton Zeit, um Frieden im Nahen Osten zu stiften. Am Abend trifft er sich mit Palästinenserchef Jassir Arafat. Israels Ministerpräsident Ehud Barak glaubt jedoch nicht an einen erfolgreichen Abschluss.
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Jerusalem - Es sei unwahrscheinlich, dass in der letzten Woche von Clintons Amtszeit ein Abkommen unterzeichnet werde, sagte Barak. Weil Arafat bereits so viel Zeit vergeudet habe, habe die israelische Seite Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen. Der Bombenanschlag in Netanja habe gezeigt, dass Arafat und die palästinensische Autonomiebehörde zu Gewalttaten gegen Israel ermutigten. Bei dem Anschlag wurden in der israelischen Hafenstadt mehr als 50 Menschen verletzt. Barak erklärte, wahrscheinlich werde sich die allgemeine Lage verschlechtern, wenn Arafat dem US-Friedensplan nicht zustimme.

Arafat brach in der Nacht zum Dienstag nach Washington auf. Sein Sprecher Nabil Aburdeneh sagte, bei dem Treffen mit Clinton entscheide sich die Zukunft des Friedensprozesses. Clinton will Arafat zur Zustimmung zu seinem jüngsten Vorschlag für ein Friedensabkommen mit Israel bewegen.

Barak hat den Vorschlag als Grundlage für weitere Gespräche bezeichnet und seine Zustimmung von der Einwilligung Arafats abhängig gemacht. Die palästinensische Seite verlangt aber noch Erläuterungen von den USA. Der Clinton-Vorschlag sieht vor, dass ein künftiger Staat Palästina 95 Prozent des Westjordanlands und den gesamten Gazastreifen umfassen soll. Zudem soll Israel den Palästinensern die Oberhoheit über den arabischen Ostteil von Jerusalem zugestehen, diese sollen dafür auf ihre Forderung nach einem Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge verzichten.

Nach dem Bombenanschlag in Netanja verschärfte Israel die Sicherheitsvorkehrungen. Der internationale Flughafen von Gaza wurde geschlossen, mehrere Grenzübergängen zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sowie zwischen dem Westjordanland und Jordanien wurden gesperrt. Im Gazastreifen schlossen israelische Soldaten drei Durchgangsstraßen und teilten damit die Region in zwei Teile.

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