Belagerung von Basra: Das Wasser wird knapp - DER SPIEGEL
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Belagerung von Basra Das Wasser wird knapp

Uno, Hilfsorganisationen und Russlands Präsident Putin haben am Montag vor einer humanitären Katastrophe im Irak gewarnt. Vor allem in der belagerten südirakischen Stadt Basra sei die Situation sehr kritisch: Das Wasser geht aus, die Menschen versuchen zu fliehen.
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Moskau/Berlin - Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag seinen US-Kollegen George W. Bush vor einer möglichen humanitären Katastrophe im Irak als Folge der Kampfhandlungen gewarnt. In einem am Abend geführten Telefongespräch rief Putin den US-Präsidenten auf, diese drohende Katastrophe abzuwenden. "Der Schwerpunkt des Gesprächs lag beim humanitären Aspekt der militärischen Aktionen", teilte die Kreml-Pressestelle mit.

Von den kämpfenden Truppen forderte Putin, Kriegsgefangene entsprechend den Genfer Konventionen zu behandeln. "Ich hoffe, die irakische Seite wird die Anforderungen des internationalen Rechts ebenso erfüllen wie die amerikanische", sagte Putin in einem Treffen mit Regierungsmitgliedern.

Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat vor einer humanitären Krise in der von den alliierten Truppen belagerten südirakischen Millionenstadt Basra gewarnt. Annan machte am Montag in New York die amerikanischen und britischen Truppen für Sicherheit und Wohlergehen der irakischen Zivilbevölkerung verantwortlich. Beide Seiten forderte er auf, Kriegsgefangene menschlich zu behandeln.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes warnten vor einer "möglichen humanitären Katastrophe in Basra", sagte Annan weiter. In Genf erklärte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Balthasar Stähelin, die Lage in Basra sei extrem kritisch.

"Die wichtigste Pumpstation (für Trinkwasser) wurde am Freitag um 5 Uhr abgestellt. Das bedeutet, dass Basra und seine Umgebung ohne Trinkwasser waren. 40 Prozent der Versorgung wurden 24 Stunden später wieder hergestellt, aber die Wasserqualität ist nicht mehr dieselbe und 40 Prozent sind offenkundig nicht ausreichend", berichtete Stähelin. Die Lage sei dicht an dem, was das IKRK eine humanitäre Krise nennen würde. "Wenn wir es nicht schaffen, das Wassersystem von Basra sehr schnell wieder auf einen ausreichenden Stand zu bringen, werden wir eine große humanitäre Krise haben", fügte er hinzu.

Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sieht die Hauptverantwortung für den Wiederaufbau des Irak bei den USA. Es sei klar, "dass derjenige, der zerstört, auch die Hauptlast des Wiederaufbaus zu tragen hat", sagte sie der "Welt". Sie widersprach Plänen der Bush-Regierung, wonach der Irak nach Kriegsende unter US-Protektorat gestellt werden sollte. Der Aufbau einer irakischen Zivilverwaltung müsse "unter Uno-Verantwortung geschehen", sagte die SPD-Politikerin.

Wieczorek-Zeul sagte der Zeitung zufolge weiter, "wir wollten diesen Krieg verhindern, weil wir diese humanitäre Katastrophe verhindern wollten". Den Irak-Krieg nannte sie "schändlich".

Mit deutschen Nichtregierungsorganisationen bereitet das Auswärtige Amt (AA) Hilfsprojekte vor. Dafür soll der Koordinierungsausschuss für humanitäre Hilfe, in dem das AA Hilfsorganisationen sowie Bundes- und Länderministerien zusammenarbeiten, in Kürze zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

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