Belgien: Sex-Streik soll Regierungsbildung vorantreiben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Belgien Sex-Streik soll Regierungsbildung vorantreiben

Seit mehr als einem halben Jahr wird in Belgien erfolglos versucht, eine neue Regierung zu bilden. Um endlich zu einem Ergebnis zu kommen, machte eine Parlamentarierin einen nicht so ernst gemeinten Vorschlag: Die Belgierinnen sollen einen Sex-Streik beginnen.
Abgeordnete Temmerman: Führt Verweigerung der Frauen zur neuen Regierung?
Abgeordnete Temmerman: Führt Verweigerung der Frauen zur neuen Regierung?

Abgeordnete Temmerman: Führt Verweigerung der Frauen zur neuen Regierung?

Foto: HERWIG VERGULT/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - Ob's hilft? Die belgische Parlamentarierin Marleen Temmerman hat die Frauen zum "Sex-Streik" aufgerufen, bis das Land endlich eine neue Regierung hat. "Wir haben uns gefragt, was die Frauen tun könnten", sagte die Senatorin und Frauenärztin am Mittwoch im flämischen Gent. Denn seit vergangenen Juni gelingt es nicht, eine neue Regierung zu bilden.

Sie glaube zwar nicht, dass viele Belgierinnen dem Aufruf folgen würden und auch nicht, dass dies eine Wirkung auf die Verhandlungen haben könnte, gab Temmerman zu. "Doch es ist besser, über diese vollkommen blockierte Situation zu lachen."

Yves Leterme

Belgien steckt seit April 2010 in der Krise, als die Koalition unter am Streit zwischen Flamen und Frankophonen zerbrach. Nach den Neuwahlen im Juni blieben mehrere Anläufe für eine neue Regierung und die damit zusammenhängende Staatsreform erfolglos.

Temmerman war zur Zeit der Idee des "Sex-Streiks" in Kenia. Dort brachten sie nach ihren Angaben einheimische Gesprächspartnerinnen auf den Gedanken. Diese hätten das Mittel im Jahr 2009 in einer Zeit politischer Unruhen selbst angewandt. "Keine wissenschaftliche Studie wird jemals die Wirkung des Aufrufs bestätigen können, aber nach einigen Wochen hatte Kenia eine stabile Regierung", sagte sie.

als/AFP