Belgrad: Milosevic-Vertrauter erschossen - DER SPIEGEL
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Belgrad Milosevic-Vertrauter erschossen

Seit Jahresanfang sind bereits drei Prominente in Belgrad Mordanschlägen zum Opfer gefallen. Darunter auch der Freischärlerführer "Arkan". Nun gibt es ein viertes Mordopfer, das eine enge Beziehung zum jugoslawischen Präsidenten Milosevic hatte: den Direktor der staatlichen jugoslawischen Fluggesellschaft JAT, Zika Petrovic.
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Belgrad - In der jugoslawischen Hauptstadt hält die Serie offenbar politisch motivierter Morde an Milosevic-Vertrauten an. Wie die Nachrichtenagentur Beta berichtete, wurde Petrovic von Schüssen vermutlich aus einem automatischen Gewehr am Kopf getroffen. Die Täter hätten unerkannt entkommen können. Petrovic ist bereits das vierte prominente Mordopfer in Belgrad seit Jahresanfang.

Das staatliche Belgrader Fernsehen zeigte in der Nacht Aufnahmen vom Tatort. Auf den Bildern war der Leichnam des 61-Jährigen in einer großen Blutlache zu sehen. Augenzeugen berichteten, zwei junge Männer hätten Petrovic vor seinem Haus erschossen, als dieser aus seinem Auto stieg. Schüsse wären aber nicht zu hören gewesen. Nach Berichten anderer Medien wurde Petrovic während eines Spazierganges mit dem Hund der Familie getötet. Die Tat wurde in dem Fernsehbericht als "terroristischer Akt gegen eine Führungspersönlichkeit der Wirtschaft" bezeichnet.

Petrovic wurde eine enge Verbindung zur Familie des Präsidenten Slobodan Milosevic nachgesagt. Beide stammen aus der selben Ortschaft und kannten sich seit Jahrzehnten. Bei den Bosnien- Friedensverhandlungen 1995 im amerikanischen Dayton gehörte Petrovic der Delegation von Präsident Milosevic an. Petrovic stand seit 1992 an der Spitze der jugoslawischen Fluggesellschaft.

Mitte Januar war der unter dem Namen Arkan bekannte Freischärlerführer und Chef der Partei der serbischen Einheit, Zeljko Raznjatovic, in einem Belgrader Hotel erschossen worden. Drei Wochen später wurde der jugoslawische Verteidigungsminister Pavle Bulatovic in einem Belgrader Restaurant durch gezielte Schüsse getötet. Beide waren in den vergangenen Jahrzehnten eng mit Präsident Milosevic verbunden. Mitte März war auch der frühere Führer der paramilitärischen Serbischen Garde, Branislav Lainovic, erschossen worden.

Alle Morde sind bislang unaufgeklärt. Kürzlich machte die Belgrader Führung jedoch den US-Geheimdienstes CIA und die ehemalige Kosovo-Befreiungsarmee UCK für eine der Taten verantwortlich.