Besuchsprogramm Merkel geht auf große US-Tournee
US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel (im April 2009): Ausgedehnter Besuch geplant
Foto: A3537 Marijan Murat/ dpaWashington - Bundeskanzlerin will mit einem ausgedehnten USA-Besuch das transatlantische Verhältnis fördern. Die Regierungschefin werde eine Einladung von US-Präsident zu einem "Nuclear Security Summit" in Washington am 12. und 13. April annehmen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm SPIEGEL ONLINE.
Bei dem Treffen soll es um die Nichtweiterverbreitung und Sicherung von und nuklearem Material gehen. Geladen sind Staatsmänner aus 43 Nationen, darunter alle führenden Atomwaffenstaaten. Im Anschluss an den Gipfel plant Merkel, mehrere Tage an weiteren Orten in den USA zu verbringen. Die Planung dafür steht noch nicht fest, im Gespräch ist unter anderem ein Abstecher nach Kalifornien.
Der ausgedehnte Besuch dürfte der Kanzlerin viele schöne Bilder bescheren, die von der Regierungskrise daheim ablenken können. Er fällt aber auch in eine schwierige Phase in den Beziehungen zwischen Europa und Amerika. Gerade hat Obama seine Teilnahme an einem EU-USA-Gipfel in Madrid im Mai abgesagt. Anders als seine Vorgänger habe er keine enge Beziehung zu irgendeinem Regierungschef in Europa aufgebaut, kritisiert das "Wall Street Journal".
Zur Abrüstungsthematik finden die Deutschen in Washington Gehör. Vor kurzem fand in Berlin eine Veranstaltung mit dem Titel "Welt ohne Atomwaffen" statt, an der unter anderem der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger und der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt teilnahmen.
Obama ist dieses Anliegen sehr wichtig: Er bemüht sich um einen neuen Abrüstungsvertrag mit Russland und hat die Vision einer atomwaffenfreien Welt wiederholt skizziert, etwa voriges Jahr in einer Rede in Prag. Erst am Donnerstag bekräftigte Vizepräsident Joe Biden die Entschlossenheit der US-Regierung, den Atomteststopp-Vertrag endlich zu ratifizieren.