Betlehem: Palästinenser in Geburtskirche erschossen - DER SPIEGEL
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Betlehem Palästinenser in Geburtskirche erschossen

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Betlehem - Nach einem Brand an der Geburtskirche von Betlehem ist der seit einem Monat andauernde Nervenkrieg wieder eskaliert. Israelische Scharfschützen erschossen einen in der Kirche eingeschlossenen Palästinenser. Ein zweiter Mann wurde schwer verletzt, berichteten palästinensische Augenzeugen.

Der Brand war in der Nacht zum Donnerstag ausgebrochen. Nach einem Feuergefecht war ein Teil der Kirchen- und Klosteranlage in Brand geraten. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, das Feuer ausgelöst zu haben. Es zerstörte nur 15 Meter von der im Jahr 339 geweihten Basilika mehrere Räume. Der Franziskanerorden teilte in Rom mit, dass es in mehreren Räumen seines Klosters in Betlehem zu Brandschäden gekommen sei. Augenzeugen zufolge wurde auch ein Teil des griechisch-orthodoxen Klosters zerstört. Drei Menschen erlitten bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen.

Der päpstliche Gesandte Roger Etchegaray appellierte nach Gesprächen in Jerusalem an beide Seiten, den Konflikt so schnell wie möglich zu beenden. Der Kardinal traf mit dem israelischen Staatspräsidenten Mosche Kazaw zusammen und wollte anschließend in der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah mit deren Präsident Jassir Arafat sprechen.

"Dies ist ein abscheuliches Verbrechen", kommentierte Arafat in Ramallah den Brand in Betlehem und rief die internationale Gemeinschaft zu sofortigen Maßnahmen auf. Ein Berater des israelischen Außenministeriums, Daniel Taub, warf Arafat vor, er hätte bei den Versuchen einer Verhandlungslösung in den vergangenen Tagen eine konstruktivere Rolle spielen sollen.

In der Kirchen- und Klosteranlage sind seit dem 2. April rund 200 Palästinenser eingeschlossen. Unter ihnen sind 20 bis 30 bewaffnete Kämpfer, deren Überstellung Israel verlangt.

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