Betlehem: Verhandlungen um Geburtskirche abgebrochen - DER SPIEGEL
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Betlehem Verhandlungen um Geburtskirche abgebrochen

Die Busse waren bereits vorgefahren. Nach wochenlanger Belagerung der Geburtskirche in Betlehem schien endlich eine Lösung für die eingeschlossenen Palästinenser gefunden. Doch dann platzten die Verhandlungen in letzter Minute.
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Betlehem - Unterhändler von Israelis und Palästinensern nannten als Begründung neue palästinensische Forderungen, europäische Beobachter in die Kirche zu entsenden. Zunächst hatten beide Seiten erklärt, dass eine Einigung erreicht worden sei.

Ursprünglich sah der Plan vor, dass am Morgen bis auf 13 Palästinenser alle in der Kirche Eingeschlossenen das Gebäude verlassen sollen. 26 in der Kirche festsitzende Palästinenser sollten in den Gazastreifen ausreisen dürfen, die 80 ebenfalls eingeschlossenen Zivilisten sollten freikommen. Doch dann forderten die Palästinenser, ein europäischer Gesandter solle so lange bei den 13 Verbliebenen bleiben, bis sich ein Aufnahmeland gefunden habe.

Der palästinensische Polizeichef von Betlehem, Ali Husni, gab der israelischen Seite die Schuld am Scheitern der Verhandlungen. Die Armee habe sich geweigert, einem europäischen Vertreter das Betreten der Kirche zu gestatten. Darüber hinaus sei ein Streit um das Einsammeln der Waffen in der Kirche entbrannt. Ursprünglich hätte es den 13 erlaubt werden sollen, ihre Sturmgewehre zu behalten.

Die Konfliktparteien hatten sich in der ersten Vereinbarung am Dienstag darauf verständigt, die 13 nach Italien abzuschieben. Doch Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi weigerte sich, alle aufzunehmen. Auch kein anderes Land erklärte sich bisher dazu bereit.

Die israelische Armee belagert die Geburtskirche seit Anfang April. Israel hatte in den letzten Tagen die Forderung fallen gelassen, alle mutmaßlichen Extremisten in Gewahrsam nehmen zu wollen. An den Verhandlungen waren Vertreter der USA, der EU und des Vatikans beteiligt.

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