Bild des Tages Zum Heulen
Kurz vor der Präsidentenwahl in Guatemala ging die Polizei mit Tränengas gegen ehemalige Paramilitärs vor. Sie räumte eine Fernstraße, die von mehreren tausend früheren Mitgliedern der Zivilpatrouillen besetzt wurden. Den etwa 500.000 Paramilitärs hatte Präsident Alfonso Portillo Abfindungen in Höhe von umgerechnet 550 Euro pro Mann versprochen. Davon wurde bisher aber erst eine Rate ausgezahlt - der Rest soll nach der Wahl am Sonntag folgen. Die Opposition sieht darin ein Manöver der regierenden Guatemaltekischen Republikanischen Front, um sich die Stimmen der Männer zu sichern.
Die Zivilpatrouillen, die sich aus der indianischen Landbevölkerung rekrutierten, waren 1982 von dem Diktator Efraín Ríos Montt zum Kampf gegen die linke Guerilla gegründet worden. Ríos Montt tritt als Präsidentschaftskandidat der Regierungsparte an. Ríos Montt wurde im März 1982 nach einem Putsch junger Offiziere zum Staatschef ausgerufen. Er wurde aber schon im August 1983 wieder gestürzt. In seine Regierungszeit fiel in die blutigste Phase des Bürgerkrieges, als im Kampf gegen die kommunistische Guerilla ganze Dörfer dem Erdboden gleichgemacht und tausende Zivilisten getötet wurden.