Bin-Laden-Nachfolge Saad, der Terrorprinz
Hamburg - Saad Bin Laden heißt der potenzielle Nachfolger, über den in namhaften arabischen Zeitungen wie etwa der in London veröffentlichten "al-Schark al-Awsat" spekuliert wird, er würde in die Fußstapfen seines Vaters treten, sollte dieser tatsächlich nicht mehr am Leben sein. Die Tatsache, dass wichtige Männer aus der Führungsschicht getötet wurden oder in amerikanischer Gefangenschaft sind, lässt Journalisten vermuten, dass der 21- oder 22-jährige Saad in das Vakuum stoßen könnte und zum neuen Führer der Terrororganisation aufsteigen könnte. Die CIA wie auch Experten für Arabien hielten dies indes für unwahrscheinlich, berichtet "Time.com".
Über Saad Bin Laden gibt es nur spärliche Informationen. Er ist das drittälteste Kind unter den 23 Kindern Bin Ladens. Laut "Time.com" war er mit seinem Vater im sudanesischen Exil von 1991 bis 1996. Danach folgte er ihm nach Afghanistan. Er soll mit einer Frau aus dem Jemen verheiratet sein.
Für seinen Vater soll er verschiedene Aufträge ausgeführt haben. So habe er weltweit Geld für Terroraktionen transferiert und Reisen für al-Qaida-Mitglieder arrangiert. Geheimdienstler gehen angeblich davon aus, dass Saad sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhält - getrennt von seinem Vater.
Der französische Anti-Terror-Experte Roland Jacquard misst Saad Bin Laden eine wichtige Rolle in der al-Qaida-Organisation zu: Sollte Osama Bin Laden tot sein, sei Saad das Symbol dafür, dass der Kampf weitergehe. Sollte Bin Laden noch leben, stehe Saad für die Generation junger Gotteskrieger, die willens sind, den Kampf im Sinne ihrer Väter aufzunehmen.