Biographie Rantisis: Mann aus dem Lager - DER SPIEGEL
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Biographie Rantisis Mann aus dem Lager

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Hamburg - Der als Nachfolger des von Israel liquidierten Scheich Jassin gehandelte Abdel Asis Rantisi wurde im Oktober 1947, ein halbes Jahr vor der Staatsgründung Israels in Javneh, südlich von Tel Aviv geboren. Kurz nach Ausbruch des israelisch-arabischen Krieges fliehen seine Eltern in den damals von Ägypten kontrollierten Gaza-Streifen. Rantisi wächst dort im Flüchtlingslager Chan Junis auf.

In den siebziger Jahren studiert Rantisi in Kairo Medizin. Er sucht die Nähe zu den Radikalen der "Muslim-Bruderschaft". Als Scheich Jassin Ende 1987 mit Beginn der Intifada die Hamas gründet, ist Rantisi - der im Unterschied zu Jassin kein religiöses Charisma hat - an seiner Seite. 1992 verbannt ihn Israel zusammen mit 400 weiteren radikalen Palästinensern in den Libanon. Rantisi wird Sprecher der Palästinenser im Libanon und knüpft Kontakte zur Hisbollah und deren iranischen Hintermännern. Ein Jahr lang bleibt er in der Verbannung.

Rantisi war mehrmals in israelischer Haft, insgesamt sieben Jahre. Auch die Autonomiebehörde setzte ihn Ende der neunziger Jahren fest. Wegen Aufhetzung des Volkes gegen den palästinensischen Präsidenten saß er 21 Monate. Vergangenen Juni entging Rantisi einem israelischen Raketenangriff in Gaza.

Alexander Schwabe

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