Birma: Oppositionschefin weiter in Haft - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Birma Oppositionschefin weiter in Haft

Die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist nach wie vor in Haft. Ein Uno-Gesandter sprach am Wochenende mit Generälen - über Ergebnisse schwieg er sich aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Rangun - Der Uno-Sondergesandte für Birma sprach am Montag nach einem Treffen mit zwei Generälen der Militärjunta in Rangun von ermutigenden Signalen. Ob die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi tatsächlich freigelassen wird oder ob er sie zumindest treffen darf, wollte der Uno-Diplomat Razali Ismail allerdings nicht sagen.

"Ich hoffe, dass ich ein oder zwei Ziele meines Besuchs erreichen kann", sagte Razali nach seinem Gespräch mit den Generälen Maung Aye und Khin Nyunt, die in der Hierarchie der Junta auf den Plätzen zwei und drei rangieren. Auf die Frage, ob er Suu Kyi in ihrem Gefängnis besuchen dürfe, erwiderte er: "Dies ist alles, was ich sagen darf." Razalis fünftägiger Besuch sollte am (morgigen) Dienstag enden. Vor seiner Abreise wollte er in Rangun noch mehrere ausländische Diplomaten treffen.

Suu Kyi war nach Zusammenstößen zwischen der Militärjunta und Anhängern ihrer Nationalen Demokratischen Liga (NDL) am 30. Mai festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Exil-Birmanen in Thailand sagten, Suu Kyi sei möglicherweise am Kopf verletzt worden. Die USA werfen der Regierung von Birma vor, die Zusammenstöße provoziert zu haben, bei denen nach offiziellen Angaben vier Menschen umkamen und 50 weitere verletzt wurden.

Noch am Samstag hatte der birmanische Geheimdienstchef Khin Nyunt nach einem ersten Treffen mit Razali die Vermittlungsversuche der Uno zurückgewiesen. "Birma wird sich weiter darum bemühen, zu einem friedlichen, entwickelten, demokratischen Staat zu werden, ob mit ausländischer Hilfe oder ohne", sagte Khin Nyunt in einer Ansprache vor Lehrern in Maymyo, die am Sonntag in staatlichen Zeitungen veröffentlicht wurde.

Razali hatte bereits im Jahr 2000 Gespräche zwischen Suu Kyi und der Militärjunta vermittelt. Er erreichte im Mai 2002 ihre Freilassung nach 19 Monaten Hausarrest.