Birmingham Terroristen planten Entführung und Enthauptung in Großbritannien
London - Es sollten grausame Bilder werden, ganz nach dem Vorbild irakischer Qaida-Terroristen, die in der Vergangenheit ihre Geiseln enthauptet hatten und die Szenen filmten, um sie im Internet zu zeigen: Die in Birmingham festgenommenen Terrorverdächtigen planten einem Bericht des britischen Rundfunksenders "Sky News" zufolge ebenfalls eine Hinrichtung mit grausamen Bildern, um sie im Internet zu demonstieren.
Opfer sollte offenbar ein junger Mann werden, berichtete der Sender. Er befinde sich inzwischen unter Polizeischutz. Das Opfer sollte wegen seines Berufs ausgewählt werden, wobei bislang nicht klar ist, was das für ein Beruf ist.
Beamte hätten am frühen Morgen mehrere Wohnungen in einem pakistanischen Viertel der Stadt durchsucht, erklärte die Polizei. Aus Regierungskreisen verlautete, die Beschuldigungen stellten ein neues Kapitel des Terrorismus in Großbritannien dar. Bei der Razzia in Birmingham wurden auch zwei islamische Buchläden abgeriegelt - ein weiterer Hinweis auf einen möglichen islamistischen Hintergrund.
Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Das Innenministerium sprach nach der Festnahme von acht Männern bei Razzien am frühen Mittwochmorgen in Birmingham von einer "bedeutenden landesweiten Anti-Terror-Operation". Die Regierung werde ständig über die weiteren Ergebnisse der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten.
In Sicherheitskreisen hieß es dazu weiter, bei dem geplanten Anschlag habe es sich nicht um ein Bombenattentat im bekannten Stil der Terrororganisation al-Qaida gehandelt. Vielmehr sei diesmal eine Persönlichkeit das Anschlagziel gewesen. Angesichts des verhinderten Plots in Großbritannien von einer Strategieänderung al-Qaidas zu sprechen, ist verfehlt. Es gibt vielmehr keine einheitliche Terrorstrategie mehr. Unterschiedliche Attentätertypen bestehen nebeneinander.
Die Ermittler durchsuchten in Birmingham - der zweitgrößten Stadt Großbritanniens - mehrere Wohnungen, die anschließend versiegelt wurden. "Dies ist eine Erinnerung an die reale und schwere terroristische Bedrohung, mit der wir es zu tun haben", sagte eine Polizeisprecherin.
Nach Ansicht von Geheimdiensten sind weitere Anschläge in Großbritannien ziemlich wahrscheinlich. Es gilt die zweithöchste Sicherheitsstufe. Im vergangenen Jahr hatte der Inlands-Geheimdienst MI5 davor gewarnt, dass Extremisten etwa 30 Anschläge planten. Etwa 1600 Verdächtige würden beobachtet.
Erst im August vergangenen Jahres hatte die britische Polizei nach eigenen Angaben durch die Festnahme von mehr als einem Dutzend mutmaßlicher Terroristen Anschläge mit Bomben aus Flüssigsprengstoff auf bis zu zehn Passagierflugzeuge verhindert. Am 7. Juli 2005 hatten vier Selbstmordattentäter mit Rucksackbomben in Londoner U-Bahnzügen und einem Bus insgesamt 52 Menschen mit sich in den Tod gerissen.
hen/dpa/Reuters