BND-Warnung: Irak wird zur Basis des Terrors - DER SPIEGEL
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BND-Warnung Irak wird zur Basis des Terrors

BND-Chef August Hanning befürchtet, der Irak könne für die Amerikaner zu dem Alptraum werden, der Afghanistan für die Russen war. Der oberste Geheimdienstler der Republik warnt vor der Gefahr, dass sich der Irak zu einem neuen Zentrum islamischer Terroristen entwickelt.
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Hamburg - "Das ist die Sorge, die ich habe: dass sich der Irak entwickeln kann zu einem Zentrum des islamischen Extremismus", sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin. Der Irak könnte eine ähnliche Entwicklung nehmen, wie Afghanistan in den achtziger Jahren, als Mudschahidin gegen die russische Besatzung kämpften. Der Kampf gegen die Russen habe dort zu einem Erstarken islamischer Extremistengruppen geführt.

Hanning wiederholte, dass der BND anders als die Nachrichtendienste in den USA und Großbritannien seinerzeit keine direkte Verbindung zwischen Saddam und al-Qaida gesehen habe. "Wir haben die Situation im Irak anders eingeschätzt als andere Dienste. Wir haben eigentlich vor dem Irak-Krieg keine strukturelle Verbindung gesehen zwischen dem Saddam-Regime und der Qaida-Organisation." Er sehe auch keinen Anlass, diese damalige Sicht des BND zu korrigieren.

Inzwischen sei die Lage im Irak jedoch eine andere. "Jetzt erleben wir, dass der Irak den Kristallisationspunkt des Dschihad bildet", sagte Hanning. Auch mache ihm Sorge, dass Bosnien zunehmend als ein Rekrutierungsfeld dieser Extremisten in den Vordergrund rücke. Darüber hinaus habe sich die Gefährdungslage Afghanistans, vor allem im Osten und Südosten, wegen einer Reorganisation der Taliban verschärft.

Hanning warnte zudem davor, die anhaltende Gefahr von weltweiten Anschlägen durch die Extremistengruppe al-Qaida zu unterschätzen. "Wir glauben, dass al-Qaida nach wie vor ein Rückgrat hat - das Rückgrat ist nicht gebrochen." Bedenklich sei vor allem, dass die Symbolfigur Osama Bin Laden immer noch nicht gefasst ist.

Bin Laden sei weiterhin als Schlüsselfigur im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu betrachten. Dass er noch nicht gefasst worden sei, sei bedenklich. Die Fahndungserfolge gegen al-Qaida-Führer hätten diese Organisation zwar geschwächt, aber das Rückgrat sei ihr noch nicht gebrochen. Solange Bin Laden und andere al-Qaida-Führer noch in Freiheit seien, sei der Kampf gegen den Terrorismus nicht gewonnen. Deren jüngst veröffentlichte Botschaften seien darauf gerichtet, neue Kämpfer zu mobilisieren und den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken.

"Die Gefährdung durch den islamischen Terrorismus hält unverändert an. Die grenzüberschreitenden Strukturen sind existent und funktionsfähig", sagte der BND-Chef. Zunehmend gefährdet seien die so genannten weichen Ziele wie etwa touristische Zentren. "Wir glauben, dass wir in Deutschland gut beraten sind, in unseren Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus nicht nachzulassen."

Ein Problem des BND im Kampf gegen den Terrorismus ist Hanning zufolge die Flut an Informationen und Hinweisen. "Wir haben eine Fülle von Terrorwarnungen, Tag für Tag", sagte er. Es werde für den BND immer schwieriger, die wichtigen von den unwichtigen Informationen zu trennen.

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