Terror in Westafrika Boko Haram greift erstmals im Tschad an
Polizeiboot auf dem Tschadsee: Boko Haram überfallt Fischerdorf
Foto: SIA KAMBOU/ AFPNdjamena - Die Terroristen kamen mit Booten über den Tschadsee. Sie griffen Einwohner der Ortschaft Ngouboua an, setzten mehrere Häuser in Brand und attackierten einen Armeestützpunkt. Mindestens zehn Menschen wurden bei dem Überfall getötet, unter ihnen ein Soldat und ein Stammesführer. Das Fischerdorf liegt etwa 20 Kilometer von der nigerianischen Grenze entfernt.
Der Angriff am Freitagmorgen ist die erste Attacke der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram im Tschad. Zuvor hatten sie bereits mehrfach die Stadt Diffa im Nachbarland Niger angegriffen. Tausende Menschen sind vor den militanten Islamisten aus dem Grenzgebiet geflohen.
Der Tschad hat gemeinsam mit dem Niger und Kamerun eine Eingreiftruppe aufgestellt, um Boko Haram zu bekämpfen. Nach eigenen Angaben tötete die tschadische Armee dabei in den vergangenen Tagen Hunderte Boko-Haram-Milizionäre.
Die Dschihadisten kontrollieren weite Teile Nordnigerias. Dort wollen sie einen islamischen Staat errichten. Allein im vergangenen Jahr töteten Boko-Haram-Kämpfer nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen mindestens 10.000 Menschen. Hunderte Nigerianer wurden verschleppt. Wegen der instabilen Sicherheitslage hat Nigeria die ursprünglich für diesen Samstag geplanten Präsidentenwahlen um sechs Wochen verschoben.