Braunau Versöhnungsstätte in Hitlers Geburtshaus?
Wien - Die oberösterreichische Stadt Braunau will im Geburtshaus von Adolf Hitler eine internationale Stätte der Begegnung und Versöhnung einrichten. In einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung schlagen die im Braunauer Gemeinderat vertretenen Parteien der österreichischen Regierung vor, das Haus zu erwerben. Zur Zeit ist in dem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert eine Werkstatt des Vereins Lebenshilfe für Erwachsene mit geistiger Behinderung untergebracht.
Auch die Europäische Union wird in der Erklärung um ihren Beitrag zur Verwirklichung des Vorhabens ersucht. Die Erklärung wurde von Politikern der Sozialdemokraten (SPÖ), der konservativen Volkspartei (ÖVP) und der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei (FPÖ) unterschrieben. Braunau wolle mit der Stätte der Begegnung und Versöhnung ein Zeichen setzen, teilte der Sprecher der Initiative, Reinhold Klika, mit. Es könne ein Beitrag sein, Österreichs Bild in der Weltöffentlichkeit zu korrigieren.
Eine Mitarbeiterin des Behindertenhilfswerks sagte der Nachrichtenagentur Reuters, sie wisse nichts von den Plänen eines Museums. Die Lebenshilfe habe das Haus, das sich in Privatbesitz befinde, seit 1977 gemietet. Hitler wurde dort am 20. April 1889 geboren.