Brexit: Britischer Finanzminister Philip Hammond wirft EU Paranoia vor - DER SPIEGEL
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Brexit-Gespräche Britischer Finanzminister wirft EU-Partnern Paranoia vor

Der britische Finanzminister Hammond gilt als europafreundlich, doch seine Aussagen über die EU sind wenig schmeichelhaft: Es spricht von einem schlecht geführten Klub - und der Brexit werde sicher stattfinden.
Britischer Finanzminister Philip Hammond (Archivbild)
Britischer Finanzminister Philip Hammond (Archivbild)

Britischer Finanzminister Philip Hammond (Archivbild)

Foto: Vickie Flores/ dpa
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Rückwärtsgerichtet, paranoid, schlecht geführt - mit scharfen Worten hat der britische Finanzminister Philip Hammond die Haltung der EU bei den Brexit-Verhandlungen kritisiert. Die Überlegung, mit Großbritannien nach dessen Austritt aus der EU nicht allzu großzügig zu sein, um andere EU-Mitglieder von einem solchen Schritt abzuhalten, bezeichnete der Schatzkanzler als Ausdruck von "Paranoia".

Die EU vergleicht Hammond mit einem schlecht geführten Klub: "Man kann auch nicht wirklich einen Verein betreiben, wenn man Mitglieder sanktioniert, die sich entscheiden, den Klub zu verlassen. Man sollte eher seine Anstrengungen verdoppeln, für neue und bestehende Mitglieder attraktiv zu bleiben", sagte er der "Welt am Sonntag" .

Großbritannien will zum 29. März 2019 die EU verlassen. Beide Seiten hatten sich im Dezember auf einige Details der Austrittsbestimmungen geeinigt. Nun sollen die Modalitäten einer Übergangsphase ausgehandelt werden. Wann genau diese abläuft, ist noch umstritten. Ab März soll zudem über einen neuen Handelsvertrag gesprochen werden, der die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Staatengemeinschaft und dem Königreich regeln soll.

"Aus Europa hören wir nur Rückwärtsgerichtetes"

Hammond, der als einer der EU-freundlichsten Minister im Kabinett von Premierministerin Theresa May gilt, deutete an, sein Land könne sich auch anderen Partnern zuwenden. "Wir hören in den USA und vielen anderen Ländern aus aller Welt Willen und gar Enthusiasmus, mit uns Freihandelsverträge abzuschließen", sagte Hammond. "Das hören wir aus Europa nicht. Aus Europa hören wir nur Rückwärtsgerichtetes."

Niemand solle sich Hoffnungen machen, sein Land könne die Entscheidung zum Austritt vielleicht noch einmal überdenken. Großbritannien werde die EU definitiv verlassen: "Ich würde den Leuten, die eine enge Beziehung zwischen Großbritannien und Europa zu schätzen wissen, davon abraten, sich auf diese Illusion zu versteifen."

yes/dpa/Reuters