Brüssel: EU will mobile Kampftruppen - DER SPIEGEL
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Brüssel EU will mobile Kampftruppen

Schnell und beweglich sollen sie sein. Bis 2007 will die Europäische Union mehrere kleine und mobile Kampfeinheiten für Kriseneinsätze unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen einsatzbereit haben.
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Brüssel - Das sagte der außenpolitische Vertreter der EU, Javier Solana, am Montag nach einer Arbeitssitzung der EU-Verteidigungsminister in Brüssel.

Bis zum EU-Gipfel im Juni sollen weitere Einzelheiten des Vorhabens geklärt sein. Die Einheiten sollen aus 1500 Soldaten bestehen, die binnen zwei Wochen weltweit stationiert werden können.

Aus den Delegationen verlautete, dass die EU bis zu neun solcher Einheiten aufstellen will. Großbritannien und Frankreich seien bereit, jeweils eine ganze Einheit zu stellen.

"Es ist sicher angemessen zu sagen, dass die Reaktionen auf diesen Vorschlag sehr, sehr positiv waren", sagte der amtierende Ratspräsident, Irlands Verteidigungsminister Michael Smith. "Keine Delegation hat dem widersprochen."

Solana hob hervor, dass Schnelligkeit der Schlüssel zum Erfolg von selbstständigen militärischen Operationen sei. Es sei eine "der größten Herausforderungen", vor denen die Union stehe.

Solana arbeitet derzeit an dem Aufbau einer EU-Planungszelle. Vorschläge dafür werde er bis Juni vorlegen, kündigte er an. Als besonders sensibel gilt das Verhältnis zwischen der Planungseinheit und dem Nato-Hauptquartier Shape.

Auch die Einsätze der mobilen Kampftrupps sollten eng mit den Vereinten Nationen (UN) und der Nato abgestimmt werden, sagte Solana. Die Soldaten sollen etwa auf UN-Wunsch schnell weltweit verlegt werden können, um auf Krisen schlagkräftig und ohne Zeitverlust reagieren zu können.

Solana sagte, die Kampftruppen könnten auch den Einsatz größerer Truppenteile vorbereiten, die dann in Ruhe folgen könnten. Welche Länder wie viele Soldaten bereitstellen, sei noch nicht absehbar, sagte Smith. Zunächst müsse die Planung abgeschlossen werden. Entscheidungen wurden auf dem informellen Treffen nicht erwartet.

Am Dienstag sollten die Minister über Pläne für eine europäische Rüstungsagentur sprechen. Sie soll die Ausrüstung der nationalen Truppen aufeinander abstimmen und Geld sparen.Zudem sprechen die Minister am Dienstag über die für Ende des Jahres geplante Übernahme der SFOR-Truppe in Bosnien durch die EU von der Nato. Damit soll auch die Entscheidung auf dem Nato-Gipfel im Juni in Istanbul vorbereitet werden.