Bundeswehr in Afghanistan Taliban drohen mit Terroranschlägen
Kabul - Für den Norden Afghanistans habe ein Sprecher der Taliban vermehrt Angriffe auf US-geführte Truppen und deren afghanische Verbündete angekündigt, berichtete die pakistanische Tageszeitung "The News" am Sonntag. Bereits in den vergangenen Wochen hätten Kämpfer in einigen nördlichen Provinzen von den USA unterstützte afghanische Regierungstruppen angegriffen. Diese Attacken sollten verstärkt und auf alle nördlichen Provinzen ausgedehnt werden. Bislang hatten sich die Angriffe der Taliban auf den Süden Afghanistans konzentriert.
Derweilen kündigte die Bundesregierung an, eine Ausdehnung des Bundeswehr-Engagements in Afghanistan von der Hauptstadt Kabul nach Kundus im Norden des Landes zu prüfen. Verteidigungsminister Peter Struck sagte am Sonntag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, er wolle mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer darüber beraten, ob ein Erkundungsteam in die 300 Kilometer nordöstlich von Kabul gelegene Stadt entsendet werden soll.
Entscheidungen über den Standort des geplanten deutschen Wiederaufbauteams (PRT) aus Soldaten und zivilen Helfern seien noch nicht gefallen. Er denke aber, es müsse auch Kundus untersucht werden, sagte der Verteidigungsminister. Die Stadt mit rund 100.000 Einwohnern liegt rund 60 Kilometer von der Grenze zu Tadschikistan entfernt. Vor dem Afghanistankrieg galt sie als einzige Taliban-Hochburg in der von der Nordallianz dominierten Region.
Struck sagte, für Kundus spreche, dass dort der afghanische Verteidigungsminister Mohammed Fahim die Macht habe. Das sei in Konfliktsituationen hilfreich.
Am Montag geben Deutschland und die Niederlande in Anwesenheit Strucks nach einem halben Jahr das Kommando an die Nato ab. Anschließend wird das deutsche Kontingent von 2500 auf 1600 Soldaten reduziert.