Burma Kritische Journalisten müssen zehn Jahre in Haft
Rangun - Wegen ihrer Recherchen über eine angebliche Chemiewaffenfabrik in Burma sind fünf Journalisten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Pakokku verurteilte die vier Reporter und den Chef der Wochenzeitung "Unity Journal" am Donnerstag zu jeweils zehn Jahren Haft, wie ihr Anwalt berichtete. Sie waren wegen "Verrats von Staatsgeheimnissen" angeklagt.
Die Zeitung hatte im Januar über eine vom Militär bewachte Fabrik im Zentrum des Landes berichtet. Darin würden Raketen und chemische Waffen gelagert. Die Fabrik sei von Angehörigen der früheren Militärjunta und chinesischen Technikern gebaut worden. Die Zeitung druckte auch die Dementis der Regierung ab.
Das Militär hat das Land bis 2011 Jahrzehnte lang drangsaliert. China war einer der wenigen Verbündeten. Seit 2011 ist eine vom Militär sanktionierte Reformregierung im Amt. Sie besteht überwiegend aus ehemaligen Junta-Generälen. Im Parlament hat das Militär sich eine Sperrminorität von 25 Prozent der Sitze gesichert.
Präsident Thein Sein treibt eine Reihe tiefgreifender politischer, sozialer und wirtschaftlicher Reformen voran, um die internationale Isolation des südostasiatischen Landes zu beenden. So wurden politische Gefangene freigelassen. Nichtregierungsorganisationen berichten aber, dass Journalisten noch immer Repressionen ausgesetzt sind. Obwohl die offizielle Zensur gelockert wurde, werden sie weiter eingeschüchtert oder festgenommen, wenn sie zu kritisch berichten.
Amnesty International kritisierte das Urteil vom Donnerstag und sprach von einem "schwarzen Tag für die Meinungsfreiheit" in Burma. Der Vizechef der Menschenrechtsorganisation in der Region, Rupert Abbott, sagte: "Die fünf Journalisten haben nichts weiter getan, als über etwas zu berichten, das im öffentlichen Interesse liegt." Die Männer seien politische Gefangene.