Proteste in Burundi Demonstrant offenbar von Sicherheitskräften erschossen
Demonstration in Bujumbura: Die Gewalt eskaliert
Foto: CARL DE SOUZA/ AFPBereits seit mehr als drei Wochen dauern die Proteste in Burundi an. Sie richten sich gegen eine dritte Amtszeit von Präsident Pierre Nkurunziza und kosteten offenbar bereits mehr als 20 Menschen das Leben. Auch am Montag sei ein Mann erschossen worden, heißt es. Augenzeugen berichteten, Sicherheitskräfte hätten auf ihn gezielt. In mehreren Stadtvierteln der Hauptstadt Bujumbura seien Schüsse zu hören gewesen.
Die Gewalt in dem ostafrikanischen Land eskaliert: Mehr als 105.000 Menschen sind nach Uno-Angaben in Nachbarländer geflohen. Erst vor zwölf Jahren endete in dem kleinen Land mit rund zehn Millionen Einwohnern ein Bürgerkrieg mit mindestens 300.000 Toten.
Die Proteste richten sich gegen die Pläne von Präsident Pierre Nkurunziza, bei den Wahlen Ende Juni eine dritte Amtszeit anzustreben. Das sei verfassungswidrig, heißt es. Am vorigen Mittwoch hatte ein Gruppe hoher Militärs versucht, die Krise zu nutzen und sich während einer Auslandsreise Nkurunzizas an die Macht zu putschen. Sie gaben am Freitag jedoch auf.
Im Video: 100.000 Menschen sind auf der Flucht
Am 26. Juni soll in Burundi gewählt werden. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta hat Nkurunziza inzwischen aufgefordert, den Termin zu verschieben. Die beiden Präsidenten hätten miteinander telefoniert, sagte Kenyattas Sprecher. Weitere Staatsführer der Region würden diesen Vorschlag befürworten, hieß es.