Gewaltausbruch Dutzende Tote nach Protesten in Burundi
Hauptstadt Bujumbura: Patronenhülsen liege auf dem Asphalt
Foto: STR/ AP/dpaIn der burundischen Hauptstadt Bujumbura sind nach neuen Protesten gegen Präsident Pierre Nkurunziza Dutzende Leichen entdeckt worden. Allein im Stadtteil Nyakabiga seien 25 Tote gefunden worden, sagte ein Sprecher der Lokalverwaltung. Weitere Leichen seien im Viertel Musaga entdeckt worden. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Einwohner beschuldigten Soldaten, während der Nacht wahllos auf junge Männer geschossen zu haben - oft aus unmittelbarer Nähe.
Am Freitag waren bei Angriffen auf verschiedene Militärstellungen in Bujumbura laut einem Armeesprecher 87 Menschen ums Leben gekommen. Den ganzen Tag über waren Schüsse und Explosionen zu hören, die Menschen verschanzten sich in ihren Häusern. Ein Militärsprecher erklärte, die Angreifer hätten Ausrüstung der Armee stehlen wollen, um damit Gefangene zu befreien.
Im ostafrikanischen Burundi kommt es seit April immer wieder zu blutiger Gewalt. Damals hatte Nkurunziza angekündigt, entgegen der Verfassung für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Im Juli war er bei einer von der Opposition boykottierten Wahl in seinem Amt bestätigt worden. Wütende Bürger wollen den Staatschef stürzen.
Journalisten haben sich in ihren Hotels verschanzt. Fotografen, die das Grauen dokumentieren und der Welt zeigen wollen, was sich gerade in dem kleinen ostafrikanischen Staat mit zehn Millionen Einwohnern abspielt, müssen mit ihrer Festnahme rechnen.
Hunderttausende Flüchtlinge
Die USA haben sich besorgt über die Gewalt gezeigt. Die Vereinigten Staaten verurteilten dies auf das Schärfste, teilte Josh Kirby mit, der Sprecher des Außenministeriums in Washington. Er rief dazu auf, gewalttätige Handlungen unverzüglich einzustellen. Nach Angaben der US-Botschaft bei den Vereinten Nationen zeigten sich auch die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates beunruhigt angesichts der Lage.
Bei Zusammenstößen mit der Polizei sind in Burundi Menschenrechtlern zufolge bisher mindestens 240 Menschen getötet worden. 220.000 weitere sollen aus dem kleinen Land mit nur zehn Millionen Einwohnern geflohen sein.
In Burundi war erst vor einem Jahrzehnt ein verheerender Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit mit 300.000 Toten zu Ende gegangen.