Bush-Kabinett: Rumsfeld wird Verteidigungsminister - DER SPIEGEL
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Bush-Kabinett Rumsfeld wird Verteidigungsminister

Der designierte US-Präsident George W. Bush hat eine weitere wichtige Personalentscheidung getroffen. Der 68-jährige Donald Rumsfeld wird Verteidigungsminister. Rumsfeld gilt als Befürworter des umstrittenen Raketenabwehrsystems NMD.
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Washington - Bush sagte, Rumsfeld sei ein Mann mit großem Urteilsvermögen und starken Visionen. Rumsfeld war bereits unter Präsident Gerald Ford 1975 bis 1977 Verteidigungsminister der USA. Unter Ford war er zunächst ab 1974 Stabschef im Präsidialamt, bevor er 1975 nach dem Rückzug der USA aus Vietnam der jüngste Verteidigungsminister in der US-Geschichte wurde.

Rumsfeld kenne die Herausforderungen und werde eine ausgezeichnete Arbeit bei der Stärkung und Modernisierung der Streitkräfte leisten, sagte Bush. Er betonte, Rumsfeld werde im Pentagon eine Verteidigungsstrategie für das 21. Jahrhundert entwickeln. Der künftige Präsident bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass er an dem umstrittenen Raketenabwehrsystem NMD festhalten werde. Es habe für seine Regierung große Bedeutung. Rumsfeld ist ein starker Befürworter des Abwehrsystems, das von Russland und den meisten Westeuropäern abgelehnt wird.

Die Ernennung Rumsfelds war für viele Beobachter überraschend gekommen. Bis vor kurzem hatte der frühere Senator Dan Coats noch als sicherer Kandidat für den Posten gegolten. Er hatte jedoch nach Medienberichten mehr Einfluss gefordert. Rumsfeld war dagegen bis vor wenigen Tagen noch als Chef des Geheimdienstes CIA im Gespräch gewesen.

Mit der jüngsten Nominierung hat Bush bereits über die Hälfte seines neuen Kabinetts vorgestellt. Sechs Posten sind noch offen. Bereits für Freitag wurde mindestens eine weitere Nominierung erwartet. Als eine Möglichkeit gilt die Ernennung des Gouverneurs von Wisconsin, Tommy Thompson, zum Gesundheitsminister. Bush erklärte, er wolle sein Kabinett bis Ende kommender Woche komplett haben.

Zu den bisherigen acht Nominierungen gehören der konservative Senator John Ashcroft aus Missouri für das Justizministerium, Ex- General Collin Powell für das Außenministerium und der 65-jährige Paul O'Neill als Finanzminister. Als Handelsminister nominierte Bush seinen langjährigen Freund, den Öl-Industriellen Don Evans.

Bush wird am 20. Januar Nachfolger von Präsident Bill Clinton. Wie die sieben bereits zuvor benannten Kabinettskandidaten muss auch Rumsfeld noch vom Senat bestätigt werden.