Bushs Raketenabwehr Abgefangene Atomwaffen könnten auf Europa fallen
Washington - Nach einem Bericht, den das britische Magazin "New Scientist" am Mittwoch auf seiner Website veröffentlichte, brennt die Zündstufe noch, wenn Interkontinentalraketen wenige Minuten nach dem Abheben zerstört werden. Als Folge könnte der nukleare Sprengkopf unkontrolliert im Zickzackkurs weiterfliegen und dann abstürzen, sagte der Physiker Ted Postol vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Eine von Nordkorea auf die USA abgefeuerte Nuklearrakete könnte über Alaska oder Kanada, eine irakische über Großbritannien oder dem europäischen Festland explodieren.
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Die Kritik richtet sich gegen das Vorhaben, eine Laser-Abfangwaffe an Bord eines modifizierten Jumbo-Jets zu stationieren. Ein solcher Laser wäre nicht stark genug, den Sprengkopf zu zerstören, meinte der MIT-Wissenschaftler Geoff Forden. Dazu wäre ein anderes, auf dem Boden oder auf Schiffen gestütztes System erforderlich, das gezielt den Sprengkopf angreife. Die USA hatten auch die Entwicklung weltraumgestützter Laser angekündigt, die feindliche Raketen kurz nach dem Start vernichten sollen.
Für den Aufbau der US-Raketenabwehr müsste Russland einer Änderung oder Kündigung des ABM-Vertrages von 1972 zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen zustimmen. Dies lehnt Moskau bisher ab. US-Präsident George W. Bush hat angekündigt, notfalls einseitig den Vertrag zu kündigen. Erste Vorarbeiten für Testanlagen in Alaska sind schon eingeleitet worden.