Camp David: "Alle müssen Opfer bringen" - DER SPIEGEL
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Camp David "Alle müssen Opfer bringen"

Israels Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser-Chef Jassir Arafat nehmen im amerikanischen Camp David einen neuen Anlauf, den Nahost-Konflikt endgültig beizulegen. Bereits im Vorfeld äußerte sich die internationale Presse skeptisch, ob es zu einer Einigung kommt, aber "manchmal geschehen noch Wunder auf Camp David".
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Die römische Zeitung "Il Messaggero" meint am Dienstag zu den israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Camp David:

"Barak hat den Frieden versprochen, und er sagt, er werde das Mögliche tun, um sein Versprechen zu halten, das ihm im vergangenen Jahr den Wahlsieg gebracht hat. In Camp David wird man sehen, ob er das Zeug zu einem echten Staatsmann hat.

Aber wird das reichen, was Barak vernünftigerweise beim Gipfeltreffen tun kann? Sind auch die Palästinenser bereit, ihre Zugeständnisse zu machen? Und zu verstehen, wie es auch die Israelis verstehen müssen, dass der Friede von einem großen, schmerzhaften Kompromiss abhängt? Es gibt nur wenige in Israel, unter Palästinensern wie Arabern, und nur wenige in der amerikanischen Regierung, die wirklich daran glauben, dass in Camp David in allen Punkten Einigkeit erzielt werden kann."

"Financial Times" (London):

"Es ist kaum zu erwarten, dass in Camp David das Wunder vollbracht wird, ein vollständiges Friedensabkommen zu erzielen. Aber das Treffen bietet Israelis und Palästinensern die Gelegenheit, deutlich darzulegen, was für sie akzeptabel ist. Wenn sie das tun, und wenn sich die USA dem Friedensprozess weiter verpflichten, könnte es möglich sein, dass rechtzeitig zum Ende der Präsidentschaft von Bill Clinton eine Friedensregelung erreicht wird. Clinton tut Recht daran, noch einmal den Versuch zu machen. Jetzt, wo er die Aufgabe in Angriff genommen hat, sollte er die Dynamik aufrechterhalten."

"Le Figaro" (Paris):

"Der israelische Regierungschef muss mit denen rechnen, die ihm vorwerfen, zu nachgiebig zu sein. Der Palästinenserchef muss den Militanten Rede und Antwort stehen. Sie halten ihm vor, die Tugenden des Dialogs denen der Guerrilla vorzuziehen. Wenn die beiden Männer den Frieden wollen, werden sie sich auf einen Kompromiss verständigen, also Opfer bringen müssen. Wer aber sagt denn, dass die Betroffenen diese Opfer nicht akzeptieren? Für den Fall einer Einigung haben Barak und Arafat ein Referendum angekündigt. Ja oder Nein zum Frieden - das ist die letzte Herausforderung für Bill Clinton, der wiederum keinen Wahlkampf mehr zu führen hat."

"Trouw" (Den Haag):

"Die Vorzeichen für das Treffen von Israels Ministerpräsident Barak, Palästinenser-Chef Arafat und Präsident Clinton sind nicht uneingeschränkt günstig. Im Allgemeinen können nur starke politische Führer mit ausreichend Rückhalt im eigenen Lager in festgefahrenen Verhandlungen Konzessionen machen, um einen Durchbruch zu erreichen. Den Hauptdarstellern in Camp David fehlt diese starke Position. (...) Manchmal geschehen aber Wunder in Camp David. Wie etwa 1978, als die Vorzeichen auch nicht günstig waren und dennoch Israels Ministerpräsident Menachem Begin und der ägyptische Präsident Anwar Sadat einander in die Arme fielen."

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