Cantoni-Freilassung: "Das Ende eines Alptraums" - DER SPIEGEL
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Cantoni-Freilassung "Das Ende eines Alptraums"

Nach mehr als drei Wochen Geiselhaft in Afghanistan ist die italienische Care-Mitarbeiterin Clementina Cantoni wieder zurück in ihrer Heimat geflogen. Nach ihrer Freilassung verlangte sie gestern Abend zuerst einen Teller Spagetti.
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Kabul/Rom - Die 32-Jährige verbrachte die Nacht in der italienischen Botschaft in Kabul und brach am Vormittag zum Flughafen auf, wo kurz darauf ein italienischer Jet startete. An Bord waren auch ihr Vater und ihr Bruder. Cantoni war gestern Abend freigelassen worden. Das afghanische Innenministerium teilte mit, die Entwicklungshelferin sei am Abend an die italienische Botschaft übergeben worden.

Cantoni sagte der italienischen Zeitung "La Repubblica", ihre Entführer hätten sie gut behandelt. Während ihrer 24-tägigen Gefangenschaft sei sie von mehreren Frauen im Auge behalten worden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai zeigte sich erleichtert über ihre Freilassung und verurteilte zugleich jegliche Geiselnahmen als "verbrecherisch und inakzeptabel".

Nach ihrer Ankunft in der italienischen Botschaft habe Cantoni um einen Teller Spaghetti gebeten, berichteten "La Repubblica" und der "Corriere della Sera". Ihre Freilassung sei "das Ende eines Alptraums" titelte heute die Zeitung "La Stampa". Bei den Entführern der 32-Jährigen handele es sich um eine kriminelle Gruppe, erklärte das Innenministerium in Kabul. Die Polizei sei auf der Suche nach den Kidnappern. Laut Innenminister Ali Ahmad Dschalali wurde für Cantonis Freilassung kein Lösegeld gezahlt. Ihre Entführer hätten sich auf Druck der Öffentlichkeit und der Regierung entschieden, ihre Geisel auf freien Fuß zu setzen, betonte er. Ein anderer Mitarbeiter des Ministeriums erklärte, Cantoni sei in der Provinz Logar südlich von Kabul freigelassen worden. Die Polizei habe sie dort abgeholt.

Cantoni wurde am 16. Mai auf dem Nachhauseweg in Kabul von Bewaffneten verschleppt. 13 Tage später zeigte ein afghanischer Fernsehsender ein Video mit Aufnahmen der 32-Jährigen. Darin nannte sie ihren Namen sowie den ihres Vaters, ihrer Mutter und eines Onkels. Neben ihr standen zwei Männer, die ihre Waffen auf den Kopf der Italienerin gerichtet halten.

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