Cheneys Opfer: "Unfälle passieren nun einmal" - DER SPIEGEL
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Cheneys Opfer "Unfälle passieren nun einmal"

Die Schrotkugeln aus der Flinte seines Freundes US-Vizepräsident Dick Cheney hatten Harry Whittington bei einem Jagdunfall böse verletzt. Doch von Rachegefühlen keine Spur. Das Opfer nahm den Täter in Schutz.
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Corpus Christie/Washington - -"Unfälle passieren nun einmal", sagte der 78-jährige Harry Whittington, der nach dem tragischen Jagdunfall in der vergangenen Woche am Freitag wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden war.

"Wir alle nehmen gewisse Risiken auf uns bei den Aktivitäten, denen wir nachgehen", sagte der Rechtsanwalt in einer kurzen Stellungnahme vor dem Krankenhaus. Sein Bedauern galt vielmehr seinem Freund, US-Vizepräsident Dick Cheney, der nach dem Vorfall unter Druck geraten war. "Meiner Familie und mir tut es sehr leid, dass Vizepräsident Cheney und seine Familie so viel durchmachen mussten."

Bewundernswertes Mitgefühl für den Freund, der ihn eigenen Angaben nach versehentlich für eine Wachtel gehalten und böse verletzt hatte: Cheney hatte den 78-jährigen Whittington bei einer Wachteljagd versehentlich angeschossen. Der 78-Jährige wurde durch Schrotkugeln im Nacken, an der Brust und im Gesicht verletzt. Nachdem eine Schrotkugel in sein Herz gelangt war, hatte er am Dienstag noch einen leichten Schlaganfall erlitten.

Nach Whittingtons Entlassung aus dem Krankenhaus zeigte sich Cheney erleichtert über den glimpflichen Ausgang des Unglücks: Er sei sehr glücklich, dass es Whittington wieder gut gehe. Er selbst habe eine "sehr lange Woche" habt, betonte der Vizepräsident. Cheney war in die Kritik geraten, weil er den Unfall nicht sofort öffentlich gemacht hatte. Am Mittwoch hatte der US-Politiker schließlich die volle Veranttwortung für seine Tat übernommen.

Sein Opfer hat ihm verziehen und ist trotz des Unglücks offenbar zu weiteren Jagdausflügen bereit: Er hoffe, dass Cheney weiterhin nach Texas kommen werde, um "die Erholung zu suchen, die er verdient", sagte Whittington.

fok/ap/afp