China mit drastischer Reform: Zwei-Kind-Politik eingeführt - DER SPIEGEL
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Drastische Reform China führt Zwei-Kind-Politik ein

In China dürfen künftig alle Ehepaare zwei Kinder bekommen. Das hat die Kommunistische Partei bekannt gegeben. Die Regierung reagiert damit auf die Überalterung der Gesellschaft.
Familie in China: Derzeit wachsen Millionen Chinesen als Einzelkinder auf
Familie in China: Derzeit wachsen Millionen Chinesen als Einzelkinder auf

Familie in China: Derzeit wachsen Millionen Chinesen als Einzelkinder auf

Foto: Narendra Shrestha/ dpa
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Chinas Führung hat eine drastische Reform der Bevölkerungspolitik beschlossen. Die Regierung gibt die strikte Ein-Kind-Politik auf, die seit den Siebzigerjahren galt. Künftig sollen Ehepaare zwei Kinder haben dürfen, wie die Kommunistische Partei in Peking bekannt gab.

Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften hatte bereits im vergangenen Jahr eine Zwei-Kind-Lösung als Antwort auf die Alterung der Gesellschaft und eine fallende Geburtenquote vorgeschlagen.

Die Ein-Kind-Politik sollte das Wachstum des größten Volkes der Erde bremsen. Inzwischen hat China jedoch eine der geringsten Geburtenraten der Welt. Im Durchschnitt kommen auf eine chinesische Frau nur noch 1,55 Kinder. Für eine stabile Bevölkerungsentwicklung ist eine Quote von 2,1 nötig.

Experten warnen bereits seit Längerem vor einer Überalterung Chinas. Die Zahl der Senioren wachse rapide, während der Anteil der arbeitenden Bevölkerung schrumpfe. Nach Uno-Schätzungen wird es in dem Land bis 2050 rund 440 Millionen Menschen geben, die über 60 Jahre alt sind.

Ende 2013 hatte die Kommunistische Partei in Peking angekündigt, dass Ehepaare in bestimmten Regionen des Landes zwei Kinder haben dürfen, wenn ein Elternteil Einzelkind ist. Bislang durften für diese Ausnahme weder Vater noch Mutter Geschwister haben. Auch für Minderheiten wurden die strengen Regelungen in der Vergangenheit bereits gelockert.

syd/Reuters/AFP