China Politische Häftlinge freigelassen
Hamburg - Li Yuanlong war wegen "Aufruf zur Subversion gegen die staatliche Souveränität" zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde für Artikel bestraft, die er auf verbotenen Internetseiten veröffentlicht hatte. Er war in der südwestlichen Provinz Ghuizhou seit September 2005 inhaftiert. Er teilte mit, dass er am Freitag aus der Haft entlassen worden sei.
Der Nachrichtenagentur AFP sagte Li nach seiner Freilassung: "Ich habe nichts gegen mein Gewissen getant, nichts Illegales. Ich bin unschuldig." Er habe für zwei Jahre Berufsverbot. Der 47-Jährige hatte vor seiner Verhaftung bei einer Tageszeitung gearbeitet.
"New York Times"-Mitarbeiter freigelassen
Nach drei Jahren im Gefängnis wurde Zhao Yan, ein ehemalige Mitarbeiter der "New York Times", freigelassen. Er war 2004 verhaftet worden, nachdem die "New York Times" über den bevorstehenden Rücktritt des ehemaligen Staatspräsidenten Jiang Zemin als oberster Militärbefehlshaber berichtet hatte.
Richter in Peking verhängten 2006 eine dreijährige Haftstrafe wegen Betrugs gegen den Recherchehelfer, der an einem von der chinesischen Führung scharf kritisierten Artikel mitgearbeitet haben soll. Der schwerer wiegende Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen wurde jedoch fallengelassen. Sonst hätte Zhao die Todesstrafe gedroht.
Der 45-Jährige war nach Angaben seiner Schwester bei "guter Gesundheit". Er bedankte sich in einer kurzen Erklärung bei denjenigen, die ihn unterstützt hätten und bat "um etwas Zeit" mit seiner Familie. Die "New York Times" hatte stets versichert, Zhao habe die von den Behörden bemängelten Informationen nicht geliefert.
Mindestens 35 Journalisten in Haft
Chefredakteur Bill Keller äußerte sich in einer in New York veröffentlichten Erklärung "entzückt" über die Freilassung. "Wir haben immer betont, dass Zhao ein ehrenwerter, fleißiger Reporter ist, dessen einzige Schuld darin besteht, Journalist zu sein", erklärte Keller. Nach Angaben der Organisation "Reporter Ohne Grenzen" sitzen in China weiter mindestens 35 Journalisten und 51 Internet-Dissidenten in Haft.
Am Freitag war der Dissident Mao Qingxiang aus der Haftanstalt 2 in Hangzhou in der Provinz Zheijian entlassen worden. Er sei von "Freunden und demokratischen Aktivisten" vor dem Gefängnis abgeholt worden, berichtete der Demokratie-Aktivist telefonisch. Er war wegen "Subversion" zu acht Jahren verurteilt worden.
Der 57-Jährige bezeichnete seinen Gesundheitszustand als "in Ordnung". Auch wenn er bei seinen Überzeugungen bleibe, werde er sich in Zukunft doch "vernünftig und gemäßigt" verhalten. Mao hatte gemeinsam mit vier anderen Aktivisten 1998 die Demokratische Partei gegründet und wurde im Mai 1999 festgenommen.
sac/afp