Chirac: Belastendes Videoband verschwunden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Chirac Belastendes Videoband verschwunden

Frankreichs Staatschef Chirac gerät immer weiter in die Bredouille. In der Spendenaffäre seiner Partei RPR ist das Original eines Videobandes unauffindbar.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Paris - Eine Hausdurchsuchung in den Räumen der Videogesellschaft, die den Film 1996 aufgezeichnet haben soll, ergab, dass das Band im Besitz eines Rechtsanwalts sein muss. Der Anwalt, der den im Vorjahr gestorbenen Bauunternehmer Jean-Claude Mery vertreten hatte, bestreitet jedoch, den Film zu haben.

Auf dem Band behauptet der Unternehmer, die RPR sei auf Anweisung Chiracs in den 80er und 90er Jahren aus vielen Quellen mit illegalen Geldern in zweistelliger Millionenhöhe unterstützt worden. Anwalt Alain Belot sagte, Mery habe ihm das Originalvideo sowie einen verschlossenen Umschlag mit Dokumenten anvertraut. Die Unterlagen befänden sich aber nicht mehr in seinem Besitz.

Die mit der Parteispendenaffäre befassten Richter sind außerdem auf der Suche nach Computerdisketten und schriftlichen Aufzeichnungen über die Finanztransaktionen, von denen Mery in seinem Videogeständnis erzählt. Als Eintreiber der illegalen Spenden sei er danach von hohen Parteifunktionären der RPR angehalten worden, alle Quittungen zu sammeln und an einem geheimen Ort aufzubewahren. letzten beiden Ausgaben veröffentlicht.