Cholerischer Morgenmuffel: Clintons Mitarbeiter packen aus - DER SPIEGEL
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Cholerischer Morgenmuffel Clintons Mitarbeiter packen aus

Kurz vor dem Ende seiner Präsidentschaft erfährt die Welt jetzt noch etwas über Bill Clinton privat. Einigen Mitarbeitern zufolge ist er ein ziemlicher Kotzbrocken.
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Washington - Clinton sei ein Morgenmuffel, kalt gegenüber seiner Frau Hillary und zuweilen cholerisch. Dieses Fazit zieht der "Playboy" aus Interviews mit mehreren Beratern Clintons. So sagte etwa Dick Morris, von 1994 bis 1996 politischer Berater des Präsidenten, "in meinen privaten Momenten mit den Clintons habe ich nur ganz selten mitbekommen, dass er Hillary so etwas wie Gefühle oder Liebe gezeigt hat". Zwar sei Clinton seiner Frau gegenüber loyal. "Aber das Händchenhalten und die Umarmungen sind nur für die Öffentlichkeit. Hillary ist nicht kalt oder unnahbar - es ist Bill, der die Beziehung einfriert."

Dee Dee Myers, ehemalige Pressesprecherin, sagte, sie habe immer sehr schnell gewusst, "wenn er mit Hillary gefrühstückt und sie dabei Zeitung gelesen hatte (...) Dann war er immer richtig wütend, und er bekam wegen irgendeiner völlig belanglosen Lappalie einen Tobsuchtsanfall." Und Clintons Chefberater für Öffentlichkeitsarbeit, Richard Socarides, beschrieb seinen Boss als Morgenmuffel: "Wenn man ihm frühmorgens über den Weg lief, war er ziemlich ungenießbar."

Zur Sex-Affäre zwischen Clinton und der Praktikantin Monica Lewinsky meinte der frühere Präsidentenberater Matthew Miller: Die habe es möglicherweise nur gegeben, weil der inzwischen 54-jährige Clinton zu viel Zeit hatte. "Am Anfang seiner Amtszeit hetzte der Präsident nur von einem Meeting zum anderen, zwölf, 13 Stunden täglich", erinnert sich der ehemalige Chefberater für Verwaltung und Finanzen im Weißen Haus. "Dann strukturierten wir seinen Zeitplan so, dass er drei freie Stunden bekam, die er im Büro und mit Telefonieren verbringen konnte. Ohne diese Maßnahme und ohne diese zusätzliche Zeit wäre die Sache mit Monica nicht passiert", meinte Miller.