Chronik: Bassajews Blutspur - DER SPIEGEL
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Chronik Bassajews Blutspur

Dem getöteten tschetschenischen Extremistenführer Schamil Bassajew wird eine lange Liste von Anschlägen zugeschrieben. SPIEGEL ONLINE dokumentiert seine verheerendsten Bluttaten im vergangenen Jahrzehnt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

14. Juni 1995: Tschetschenische Rebellen unter Führung Bassajews greifen ein Krankenhaus in Budjonnowsk rund 150 Kilometer nördlich der tschetschenischen Grenze an. Sie töten etwa 100 Menschen und nehmen rund 1.000 Geiseln. Dutzende weitere Menschen kommen beim Sturm russischer Truppen auf die Klinik ums Leben.

August 1999: In vier Wohnblocks in Moskau und zwei weiteren russischen Städten gehen Bomben hoch, etwa 300 Menschen werden getötet. Bassajew streitet die Verantwortung hierfür ab. Russland schickt jedoch Truppen in den Kaukasus, was den zweiten Tschetschenien-Krieg auslöst.

23. Oktober 2002: Tschetschenen nehmen im Moskauer Musical-Theater rund 800 Menschen als Geiseln. Zwei Tage später stürmen russische Truppen das Gebäude. 129 Geiseln und 41 tschetschenische Rebellen kommen ums Lebens, die meisten infolge eines von Russland eingesetzten Gases zur Betäubung der Geiselnehmer.

27. Dezember 2002: Selbstmordattentäter zerstören mit gewaltigen Autobomben Gebäude der moskautreuen Regierung in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. 72 Menschen werden getötet.

5. Dezember 2003: Zwei Tage vor der russischen Parlamentswahl verübt ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf einen Zug im Süden Russlands. 44 Menschen kommen ums Leben.

9. Mai 2004: Mordanschlag auf den vom Kreml unterstützten tschetschenischen Präsidenten Achmad Kadyrow während Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Stadion von Grosny. Neben Kadyrow kommen mehr als 20 weitere Menschen ums Leben.

1. September 2004: Etwa 30 tschetschenische Rebellen besetzen die Grundschule von Beslan in der Kaukasus-Republik Nordossetien. Zwei Tage später stürmen russische Sicherheitskräfte das Gebäude. Mehr als 330 Menschen werden getötet, darunter viele Kinder.

13. Oktober 2005: Eine Serie von Anschlägen auf Polizisten erschüttert die Stadt Naltschik in Kabardino-Balkarien. Bei den folgenden Kämpfen kommen 139 Menschen ums Leben, darunter 94 Extremisten.

phw/AP