Chronologie: Blutig beendete Geiselnahmen - DER SPIEGEL
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Chronologie Blutig beendete Geiselnahmen

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5. September 1972, Fürstenfeldbruck:

Der Versuch der Polizei, israelische Olympia-Sportler aus den Händen palästinensischer Extremisten zu befreien, endet auf dem Flugplatz in einem nächtlichen Desaster mit insgesamt 15 Toten, darunter alle 9 Israelis und 5 der 8 Terroristen.

4. Juli 1976, Entebbe (Uganda): In einem waghalsigen Unternehmen fern der Heimat befreit ein israelisches Kommando die Insassen eines französischen Airbus. Unter den 31 Toten sind die 7 "Volksfront"- Terroristen, 20 ugandische Soldaten, drei der etwa 100 Insassen und ein Mann des Kommandos.

19. Februar 1978, Nikosia (Zypern): Als zypriotsche Nationalgardisten gegen eine Aktion ägyptischer Soldaten zur Befreiung von Flugzeuggeiseln einschreiten, kommt es zu einem Blutbad. 15 Ägypter werden erschossen. Angeblich war Zypern nicht informiert worden.

25. November 1979, Mekka (Saudi-Arabien): Unter Einsatz von Tränengas und Rauchbomben stürmen Sicherheitskräfte die Haram- Moschee, wo sich 250 religiöse Extremisten mit 200 Geiseln verschanzt haben. Bilanz: mehr als 160 Tote, darunter 75 Besetzer, 60 Soldaten und 26 Pilger.

24. November 1985, Valletta (Malta): Etwa 60 der 98 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie 4 der 5 ägyptischen Hijacker sterben, als eine ägyptische Eliteeinheit auf der Mittelmeerinsel eine Boeing der Egypt Air stürmt.

5. September 1986, Karachi (Pakistan): Die palästinensischen Besetzer eines amerikanischen Jumbo-Jets mit fast 400 Menschen an Bord beginnen zu schießen, als am Abend plötzlich die Bordbeleuchtung ausfällt. Daraufhin stürmt eine Eliteeinheit die Maschine: Mindestens 17 Tote und 150 Verletzte.

8. März 1988, Leningrad (Russland): Soldaten stürmen eine Tupolew 154 mit 76 Insassen, die eine Musikerfamilie zur Flucht in den Westen in ihre Gewalt gebracht hatte. Bei der wilden Schießerei und einer Explosion sterben 9 Menschen, darunter 5 Mitglieder der Familie.

17. Juni 1995, Budjonnowsk (Südrussland): Soldaten stürmen ein Krankenhaus, in dem tschetschenische Besetzer sich mit mehr als 1000 Geiseln verschanzt haben. Mehr als 100 Menschen werden dabei getötet.

15. Januar 1996, Pjerwomajskoje (Südrussland): Unterstützt von Panzern und Hubschraubern greifen Soldaten ein Tschetschenen-Kommando unter Salman Radujew an, das zuvor ein nahe gelegenes Krankenhaus in Dagestan überfallen hatte. Die Operation endet mit dem Tod von weit mehr als 100 Menschen.